Mankers

ÖSTERREICH sah das Stück

Mankers "Alma": Da fliegen die Fetzen

Paulus Manker gehört einer aussterbenden Gattung an: Er ist Prinzipal. Die Wintermonate verbringt er damit, neue Schauplätze für seine Alma-Show zu ersinnen und – noch schwieriger – Geld für die nächste Produktion zu erstreiten. Und den Rest des Jahres castet und probt und inszeniert und spielt er. Seit dem Wochenende im prachtvollen Martinický Palais auf dem Prager Burgberg, das den früheren Alma-Locations in Venedig, Lissabon, Los Angeles, Berlin und Wien um nichts nachsteht. Und da er ein Prinzipal – also ein echter Theatermacher – ist, konnte man Manker bei der Premiere am Sonntag, 12.6., auch „niedrige“ Tätigkeiten verrichten sehen: an der Kassa, beim Buffet, als Beleuchter ...

Von Wien gibt’s „keinen luckerten Heller“
Natürlich freut man sich immer besonders auf den Schauspieler Paulus Manker, der den vor Liebe und Eifersucht rasenden Maler Oskar Kokoschka verkörpert. Wenn er die Künstlermuse Alma zwischen den Zuschauern hofiert und herzt und beschimpft und vergewaltigt, dann fliegen die sprichwörtlichen Fetzen (und brennenden Kerzen und berstenden Tassen): Handgreiflicheres Theater ist kaum vorstellbar.

Sponsor
Zur Prag-Premiere von Alma waren neunzig Prozent der Zuschauer aus Wien angereist (darunter Ursula Stenzel und Sven-Eric Bechtolf). Warum er dann nicht gleich in Wien spiele? Weil er da „keinen luckerten Heller“ von der öffentlichen Hand bekomme, sagt Manker. Und hätte der Prinzipal heuer nicht mit glücklichem Händchen den Glücksspielkonzern Novomatic als Sponsor an Land gezogen, wäre Alma vermutlich überhaupt schon bankrott. Was für eine Kulturschande!

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