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Sex-Sextett erntet viel Lachen

Theaterkritik

Sex-Sextett erntet viel Lachen

Der Film war 1982 nur ein mäßiger Erfolg. Das Theaterstück bereitet 2012 großes Vergnügen: Woody Allens Mittsommernachts-Sex-Komödie gerät am Burgtheater zum erotischen Reigen der freundlich verschrobenen Art.

Die Burg-Bühne (Stéphane Laimé) wird zur betörenden Waldlandschaft, in der man auch Shakespeare und Tschechow spielen könnte. Anders als im Sommernachtstraum brauchen Woody Allens Figuren aber keinen Zauber-Nektar, um sich in neue Partner zu verschauen – die Lust erwacht in ihnen ganz von alleine.

Und anders als bei Tschechow versammeln sich hier keine aktivitätsgebremsten Lamentierer auf dem Lande, um am Leben zu leiden. Nein: Die drei Damen und drei Herren sind handlungsstarke Charaktere, die, gesteuert von Willen, Fantasie und sinnlichem Beben, auf sehr individuellen Wegen dem Himmel entgegenstreben.

Regisseur Matthias Hartmann sorgt für swingenden Komödien-Rhythmus und lässt dem Sex-Sextett freien Lauf. Michael Maertens als schusseliger Erfinder und Sunnyi Melles als Femme fatale mit Herz sind zum Niederknien komisch. Roland Koch und Martin Schwab, Dorothee Hartinger und Liliane Amuat holen aus ihren Texten mehr heraus, als Woody Allen hineingelegt haben mag.

Gunther Baumann

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