Werner Schneyder

© Günter Jagoutz

"Gute Manieren auch in der Katastrophe"

Yasmina Rezas Zimmerschlachtgemälde Gott des Gemetzels, in dem zwei Mittelklasse-Paare aufgrund einer Banalität einander befehden und befetzen, gilt als das erfolgreichste zeitgenössische Theaterstück: Kein anderes "contemporary" Drama wird an Europas Bühnen so häufig aufgeführt; bei den Filmfestspielen von Venedig ist die Verfilmung von Roman Polanski mit Christoph Waltz der "Opener".

Im Rahmen der Komödienspiele Porcia bringt am 23. Juli Werner Schneyder Gott des Gemetzels heraus: Er hat das Stück zuerst im Burgtheater gesehen, "aber dort hat’s mir nicht so gut gefallen", bekennt er. "Deutsche Regisseure neigen dazu, immer zu viel Strindberg hineinzuverpacken, und das ging in diesem Fall auf Kosten der französischen Élégance des Stücks. Das Komische daran ist ja, dass die Figuren auch in der Katastrophe nicht die Manieren verlieren."

Mediterran
Erstmals selbst inszeniert hat Schneyder Gott des Gemetzels in Bremen. Die Premiere in Porcia (mit Oliver Baier u. a.) werde sich schon allein dadurch unterscheiden, "dass hier traditionell ein mediterraner Spielstil, ein schnelles Parlando, gepflegt wird".

Bereits am Freitag hat in Porcia Molières Amphitryon (Regie: Peter Pikl) Premiere, am 19. 7. folgt Alistair Beatons König der Herzen (Lutz Hochstraate) und am 26. 7. Hofmannsthals Der Unbestechliche (Peter Gruber).

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