Mama von Austro-Model lebt von 480 Euro

Heidi-Klum-Show

Mama von Austro-Model lebt von 480 Euro

Laufsteg. Viel wusste man bis dato über die österreichische Favoritin bei Germany’s Next Topmodel (jeden Do., 20.15 Uhr, ProSieben) nicht. Schüchtern, aber zielstrebig bahnt sich Alisar ­Ailabouni (20) ihren Weg ins Spitzenfeld von Heidi Klums Kandidatinnen. Die Bild ortet sie unter den Top 5 – InTouch kürte sie zur Siegesfavoritin.

10.000 Euro Schulden.
ÖSTERREICH begab sich auf die Spuren der gebürtigen Syrerin, die in Mattighofen (OÖ) ansässig ist – und erfuhr von ihrer Mutter Majeta Okra, welch traurige Geschichte sich hinter Alisars bezaubernden Lächeln verbirgt. „Mir geht es gesundheitlich und finanziell sehr schlecht – deswegen hat sich Alisar bei Topmodel beworben. Sie möchte mir helfen.“ Die Details um ihr Familiendrama schnüren einem die Kehle zu. Die allein erziehende Mutter von vier Kindern – Alisar hat zwei Brüder, Samir (18) und Assad (24) sowie eine kleine Schwester Naru (4) – muss wegen Arbeitsunfähigkeit von 480 Euro Frühpension die Kinder ernähren. „Das geht sich nicht aus. Ich habe 10.000 Euro Schulden“, klagt Okra in ÖSTERREICH. Um Geld zu verdienen, brach Alisar ihre Ausbildung an der Tourismusschule in Bad Ischl ab, jobbte als Verkäuferin.

Vater verschwunden.
Auch die Familiengeschichte liest sich wie ein Drehbuch für ein Film-Drama à la Nicht ohne meine Tochter: Mit sieben Monaten kam Alisar, geboren in Syriens Hauptstadt Damaskus, nach Österreich. Ihre Mutter wurde regelrecht entführt. „Mein Ex-Mann hat mir gesagt, wir gehen auf Europareise. Als wir dann in Österreich waren, erfuhr ich, dass wir hier bleiben sollen.“ Anfangs lebte die Familie in Amstetten, übersiedelte nach Schörfing am Attersee und vor etwa fünf Jahren nach Mattighofen. Der Vater haute ab. „Alisar hat ihn nie wieder gesehen.“

Braves Kind.
In der Hauptschule Schörfling bekam niemand etwas von ihrem familiären Leid mit. „Sie war eine entzückende Schülerin, fleißig und aufmerksam“, erinnert sich ihr Klassenvorstand Berta Kroismayer in ÖSTERREICH. „Ein Kind zum Abbussln – und damals schon ein Bild von einem Mädchen.“ Privat lenkte sie sich mit Basketball ab, hörte Musik und traf sich mit Freundinnen. „Sie ist eine ganz normale, junge Frau“, so Bruder Samir, der mit ihr in Mattighofen in einer WG lebt, zu ÖSTERREICH. „Ich bin stolz, dass sie es ohne Modelerfahrung so weit gebracht hat.“

Neues Leben.
Als sich die finanzielle Situation zuspitzte, zog Alisar die Konsequenzen. Sie trennte sich von Freund Patrick, bewarb sich bei Klums Show und kämpft nun seit drei Monaten um ein neues Leben. „Wenn ich sie im Fernsehen sehe, kommen mir die Tränen. Sie ist nur wegen mir dort. Sie ist ein so in sich gekehrtes Mädchen – es ist nicht leicht für sie“, weiß Mama Majeta.

Laut Bild-Zeitung hat ProSieben den Dreh beendet, am 10. Juni steigt das Live-Finale in Köln. Möglich, dass es Alisar unter die Top 3 geschafft hat.

Model-Mama: "Alisar kämpft eisern für unsere Familie"

ÖSTERREICH: Frau Okra, wie geht es Ihnen, wenn Sie jede Woche Ihre Tochter bei Heidi Klum im TV sehen?
Majeta Okra: Ich vermisse sie so sehr. Ich erlebe gerade die schlimmste Zeit in meinem Leben und sie ist so weit weg...
ÖSTERREICH: Was meinen Sie mit schlimmster Zeit?
Okra: Meine jüngste Tochter Naru, Alisars Schwester, ist vier Jahre alt, und ich habe kein Geld, nur Schulden. Deswegen ist Alisar auch zum Casting gefahren, damit sie mir helfen kann. Als sie dann in der ersten Sendung geweint hat, bin ich vor dem Fernseher zusammengebrochen. Es tat mir so leid. Alisar ist nämlich sehr schüchtern. Es ist sicher oft hart für sie dort. Sie kämpft eisern für unsere ganze Familie.
ÖSTERREICH: Sie haben Schulden erwähnt. Warum haben Sie Schulden?
Okra: Ich habe in meinem Leben vier Kinder bekommen und sie alleine durchbringen müssen. Mein Ex-Mann ist einfach verschwunden und zahlt keine Alimente, weil niemand weiß, wo er ist. Alisar hat ihn seitdem nicht mehr gesehen. Durch die Geburten ist mein Körper kaputt, ich habe ständig Schmerzen und Migräne-Anfälle – heute hat mir der Arzt drei Spritzen geben müssen – deshalb bin ich auch in Frühpension. Ich kann nicht arbeiten. Ich bekomme 480 Euro im Monat, davon kann ich keine Familie ernähren. Alisar hat immer versucht mir zu helfen, sogar die Schule abgebrochen. Aber die Schulden werden immer mehr.
ÖSTERREICH: Wie hoch sind Ihre Schulden?
Okra: 10.000 Euro. Das klingt nicht viel, aber ich habe ja gar kein Geld. Gestern habe ich mein Auto verkauft, damit ich Alisars Handyrechnung bezahlen kann. Ein bisschen ist von dem Geld noch übrig. Ich hebe es auf, für die Zeit, wenn sie dann wieder nach Hause kommt. Sie soll neu anfangen können.
ÖSTERREICH: Alisar ist in Syrien geboren. Wo genau?
Okra: In Damaskus. Sie kam mit sieben Monaten nach Österreich und war noch nie in ihrer Heimat. Mein Ex-Mann hat mich damals belogen und mir gesagt, wir fahren auf Urlaub hier her. Als wir dann hier waren, hat er gesagt: Wir leben jetzt hier. Dabei bin ich als Touristin eingereist! Ich hatte keine Wahl und konnte mich nicht von meiner Familie verabschieden.
ÖSTERREICH: Warum heißt Alisar eigentlich anders im Nachnamen als Sie?
Okra: Okra ist mein Mädchenname. Alisar trägt noch den Namen ihres verschwundenen Vaters. Eigentlich heiße ich Blank, weil ich noch ein zweites Mal einen Österreicher geheiratet habe. Wir sind geschieden. Aber ich kann es mir nicht einmal leisten, den Namen in der Urkunde umschreiben zu lassen.
ÖSTERREICH: Leben Sie schon immer in Mattighofen?
Okra: Nein, wir haben ganz am Anfang in Amstetten gewohnt, dann sind wir nach Schörfling am Attersee gezogen – dort hat Alisar auch die Hauptschule absolviert. Danach zogen wir nach Mattighofen. Alisar wohnt bei ihrem Bruder Samir und seiner Freundin, ihr älterer Bruder Assad bei seiner Freundin. Und ich suche gerade eine neue Wohnung. Aber ohne Geld ...
ÖSTERREICH: Welchen Beruf hatte Alisar, bevor sie sich für die Show beworben hat?
Okra: Sie hat eine Zeit lang als Verkäuferin gearbeitet, aber das war ihr irgendwann zu wenig anspruchsvoll. Alisar ist ein sehr intelligentes Mädchen. Sie liest ständig, viele Bücher. Ihr großer Traum ist es, irgendwann später die Matura nachzumachen – ihr fehlen nur mehr zwei Jahre. Und danach ein Studium, um Anwältin zu werden. Sie will jetzt als Model einfach Geld verdienen, um mich und ihre Schwester zu ernähren.

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