3.600 Euro Strafe für Silvester-Raketen

Polizei auf Jagd

© TZ ÖSTERREICH/Pauty

3.600 Euro Strafe für Silvester-Raketen

In ganz Österreich sind die Vorboten für das neue Jahr nicht zu überhören. Schon seit Tagen wird 2011 mit Raketen und Böllern begrüßt.

Was viele nicht wissen: Das Pyrotechnikgesetz wurde Anfang des Jahres deutlich verschärft. Bei Verstößen drohen Anzeigen und Geldstrafen von bis zu 3.600 Euro für Private und 10.000 Euro für Geschäftsleute. Spätestens in der Silvesternacht wird es Tausende Anzeigen geben. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz – und macht Jagd auf Silvester-Raketen.

Bewilligung für Kracher
Das neue Gesetz hat es in sich: Das Abfeuern von Raketen und Böllern in der Nähe von Menschenansammlungen ist verboten. Und: Will man im Ortsgebiet, also etwa auf der Straße, im Garten oder im eigenen Hof, einen „Schweizer Kracher“ zünden, braucht man dafür streng genommen eine Bewilligung. Das Abfeuern von Raketen ist in Städten also illegal.

Ebenfalls neu:
Jugendliche kommen nun leichter zu Krachern: Bereits 16-Jährige dürfen Raketen und Böller der neuen Kategorie F2 – wie Blitzknallkörper, Knallfrösche oder Baby-Raketen – kaufen. Bisher war das erst im Alter von 18 Jahren erlaubt.

Böller heuer explosiver
Beim neuen Gesetz hat sich Österreich an die EU-Richtlinie gehalten. Negative Folge: Die Nettoexplosivmenge bei Raketen (75 g statt bisher 50 g) und Feuerwerken (600 g statt bisher 50 g) ist viel höher als früher. Die Österreicher werden zu Silvester also explosivere Gemische als in den Vorjahren in die Luft jagen.

Christoph Riedl, staatlich geprüfter Pyrotechniker und Inhaber von Gecco Feuerwerk, sieht die Neuerungen skeptisch: „Dass Jugendliche schon mit 16 Raketen kaufen dürfen, halte ich für problematisch. Ich befürchte, dass heuer mehr passieren wird als bisher. Auch die höheren Explosivmengen sind gefährlich. Und es ist jetzt leichter, an explosive Raketen und Böller ranzukommen. Ehrlich gesagt: Ich habe ein mulmiges Gefühl.“

Für den Handel bedeutet die Erweiterung Umsatzrekorde: In den 10.000 Verkaufsstellen werden dieser Tage bis zu 10 Millionen Euro umgesetzt.

Wiener City
Die Polizei ist in der Silvesternacht mit Tausenden Beamten im ganzen Land im Einsatz. Beim Wiener Silvesterpfad in der Innenstadt werden private Sicherheitsdienste Zugangskontrollen durchführen. „Am Silvesterpfad sind pyrotechnische Gegenstände aller Klassen verboten“, sagt Roman Hahslinger von der Wiener Polizei.

Raketen-Verbot in den Innenstädten
So etwas gab es noch nie: Zwar waren auch früher schon gefährliche Raketen in den Städten verboten, mit dem neuen Pyrotechnikgesetz können Verstöße jetzt allerdings streng geahndet werden. Beispiel Wiener Silvesterpfad: Wer um null Uhr am Stephansplatz eine Rakete zünden will, hat heuer Pech gehabt: Erstmals gilt für den gesamten Silvesterpfad ein Verbot für „pyrotechnische Gegenstände aller Klassen“. Eine private Sicherheitsfirma führt strenge Personenkontrollen durch.

Gleiches gilt auch für die großen Silvesterpartys in den übrigen Bundesländern. Denn: Laut Gesetz ist jedes Abfeuern einer Rakete in der Nähe einer Menschenansammlung (50 Personen) verboten.

Heißt: Auch in Linz, Graz oder Wr. Neustadt werden die großen Silvesterpartys heuer ohne private Feuerwerke stattfinden.

Autor: Jochen Prüller
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