Westenthaler nach Urteil:

"Anschlag auf meine Existenz"

"Der Prozess war rufschädigend und ein Anschlag auf meine Existenz", poltert Ex-Politiker Peter Westenthaler (47) am Tag nach seinem Freispruch – Urteil noch nicht rechtskräftig).

Freitag, gegen 16.03 Uhr, endete für ihn der viereinhalb Jahre lange Albtraum. Richter Wolfgang Etl sprach ihn von den Vorwürfen des schweren Betrugs und der Untreue frei. "Ich wusste, dass ich unschuldig bin und ging von einem Freispruch aus", meint Westenthaler zu ÖSTERREICH. Aber: Ermittlungen und Prozess hinterließen Spuren. Der 47-Jährige muss 100.000 Euro Gerichtskosten zahlen und hat als Consulting- und Immobilienexperte seit Oktober keine neuen Aufträge mehr ergattert.

Auch das Plädoyer von Staatsanwältin Barbara Schreiber stößt ihm sauer auf: "Ich fordere, dass die Justiz politisierende Staatsanwälte überprüft." Schreiber bezeichnete ihn als Gauner und beschrieb seine Zukunft als "düster". Er gibt sich kämpferisch: „Es haben sich so viele Menschen gemeldet, das gibt mir jetzt Mut.“

(prj)

Interview: "Der Prozess war für mich rufschädigend"

ÖSTERREICH: Welches Gefühl hatten Sie beim Urteil?
Peter Westenthaler: Meine erste Emotion war, dass ich an meine verstorbene Schwester dachte. Das Urteil war für mich erwartungsgemäß. Ich wusste vom ersten Tag der Ermittlungen vor viereinhalb Jahren, dass ich unschuldig bin, und ging von einem Freispruch aus. Es gab keinen einzigen Zeugen, der mich belastet hat. Die Sachlage war rechtlich und wirtschaftlich klar. Aber es bleibt der schale Beigeschmack, dass es in Österreich eine Willkür einzelner Staatsanwälte gibt. Das hat man im hasserfüllten, politischen Plädoyer der Frau Staatsanwalt gesehen. Sie stellte mich als Gauner hin.

ÖSTERREICH: Welches Fazit ziehen Sie aus dem Prozess?
Westenthaler: Staatsanwaltschaften müssen durch die Politik kontrolliert werden, es gab vor Jahren schon einen Antrag aller Parteien. Staatsanwälte müssen sich nach den Verfahren verantworten. Ich ersuche zudem die Justiz, dass politisierende Staatsanwälte, die ihre Emotionen nicht halten können, überprüft werden. Freigesprochene dürfen nicht mehr die Kosten tragen.

ÖSTERREICH: Hat Ihr Image unter der Anklage gelitten?
Westenthaler: Ja. Der Prozess war rufschädigend und ein Anschlag auf meine Existenz. Ich habe seit Oktober keinen neuen Auftrag mehr lukriert. Ich muss 100.000 Euro Prozesskosten für Anwalt, Gutachten und Kopien tragen, trotz Freispruchs.

ÖSTERREICH: Können Sie sich vorstellen, in die Politik oder Bundesliga zurückzukehren?
Westenthaler: Nein, ich schließe eine Rückkehr aus. Ich überlege, eine Beratung für Angeklagte zu starten. Viele Menschen, die mich unterstützen, machen Mut.

ÖSTERREICH: Welche Rolle spielte Ihre Frau?
Westenthaler: Meine Frau war meine größte Stütze. Sie hat mich, zusammen mit meiner Mutter und Tochter, sehr unterstützt.

Interview: Jochen Prüller

Video zum Thema Freispruch für Westenthaler

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