Nackte Tote entdeckt

Frauenkiller zündete 2. Opfer an

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Sonntag früh entdeckten Arbeiter im Weinviertel eine verkohlte Frauenleiche. Jetzt geht die Angst vor einem Serienkiller um.

Die nackte Tote lag mit dem Gesicht nach unten. Der Mörder hatte Füße, Hände und Kopf der zierlichen Frau mit Benzin überschüttet und angezündet. Als die Techniker einer Windkraftanlage bei Hohenruppersdorf gegen 8. 30 Uhr den grauenhaften Fund machten, waren die Flammen bereits erloschen. Erste schwere Regentropfen klatschten auf die verkohlte Haut.

Obduktion
Wenig später war bereits die Mordkommission vor Ort. In Windeseile wurde ein Zelt über dem Opfer aufgebaut. Damit sollte verhindert werden, dass aufziehende heftige Gewitter wertvolle Spuren wegwaschen. Doch trotz aller Mühe fanden die Spezialisten kaum Brauchbares. "Der Fundort war nicht der Tatort. Wo die Frau getötet wurde, ist derzeit unbekannt", so Chefermittler Klaus Preininger. Ebenso rätselhaft blieb Sonntag die Identität der ungefähr 30 Jahre alten, zarten Frau. Fieberhaft begannen die Fahnder nach passenden Vermisstenmeldungen zu suchen, es gab jedoch keine Übereinstimmungen. Daher wurde noch in den frühen Abendstunden im Franz-Josef-Spital in Wien eine Obduktion durchgeführt.

Erschlagen
Schließlich stand fest: Der Mörder hatte sein Opfer mit drei wuchtigen Hieben auf den Kopf getötet. Dazu verwendete er einen stumpfen Gegenstand. Dann hatte er den Körper der 1, 55 Meter großen Frau mit den schulterlangen, dunklen Haaren und dem Muttermal an der Nasenwurzel vermutlich nachts in ein Auto gezerrt, an einer Weggabelung abgelegt und angezündet.

Ermittlungen in Prostituiertenszene
Das Landeskriminalamt Niederösterreich (LKA) ermittelt u.a. in der Wiener Prostituiertenszene. Verschiedene Überprüfungen und DNA-Abgleiche seien im Gang, sagte Oberstleutnant Klaus Preining. Augenscheinliche Vergleiche (anhand von Fotos) seien aufgrund der Entstellung der Toten durch Brandverletzungen nicht möglich.

Nicht nur bei den Ermittlern geht nun die Angst vor einem Serientäter um: Bereits am 6. August 2007 wurde im wenige Kilometer entfernten Asparn an der Zaya die ebenfalls verkohlte Leiche der Prostituierten Katerina Vavrova entdeckt. Auch ihr Körper wurde angezündet und auch in ihrem Fall muss sich der Mörder gut im Weinviertel ausgekannt haben. Denn die Stellen, an denen die beiden nackten Toten abgelegt wurden, sind ohne Ortskenntnis kaum zu finden.

Drittes Opfer
Und es gibt einen dritten Fall, den die Mörderjäger nun noch einmal genau unter die Lupe nehmen werden: Im Jänner 2005 stießen Spaziergänger bei Graz auf die Leiche einer Frau. Die Unbekannte war erschlagen worden - dann hatte der Feuer-Killer die Leiche angezündet.

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