Bandenkriege werden immer blutiger

Alarmstufe Rot

Bandenkriege werden immer blutiger

Es waren Szenen, wie man sie noch nicht erlebt hat in der Bundeshauptstadt: Zwei offenbar verfeindete ethnische Gruppen gingen mit Messern, Holzlatten und Eisenstangen aufeinander los: Zwei junge Tschetschenen erlitten bei der Massenkeilerei am Samstag lebensgefährliche Verletzungen – sie sind aber mittlerweile über dem Berg. Fünf ihrer Landsleute erlitten erhebliche Blessuren. Die Täter sollen Asylwerber aus Afghanistan sein. Sie lockten ihre Gegner aus dem Jugendzentrum Base 20 und fielen dann über sie her.

Angreifer kamen aus der ganzen Ost-Region
Dabei kamen die Angreifer, die sich per Facebook und WhatsApp organisiert hatten, aus der ganzen Stadt, aber auch aus Mödling und einer Asylunterkunft in Waidhofen an der Ybbs zum Schauplatz bei der U- und S­-Bahn-Station neben der Millennium City.

Das Motiv für die Straßenschlacht liegt noch im  Dunkeln. Die Polizei weiß derzeit nur, dass ein Facebook-Kommentar eines Tschetschenen Auslöser war, der die Mitglieder der anderen Volksgruppe (alle Beteiligten sind im Alter von 14 bis 21 Jahren) so erhitzte.

Schon einmal Revierkampf um den Wiener Prater
Der Kommentar oder die Meldung auf Facebook muss jedenfalls derart heftig gewesen sein, dass damit ein Bündnis mit einer Schlägerei zu Bruch ging. Wie das Magazin profil berichtete, gab es im Sommer des Vorjahres  einen Pakt der nun verfeindeten Ethnien, der damals den Revierkampf um den Wiener Prater beendete.

Auf Intervention eines tschetschenischen Ex-Poli­tikers, eines tschetschenischen Kampfsporttrainers sowie eines afghanischen Islam-Lehrers gaben sich ein junger Afghane und ein junger Tschetschene, umringt von jeweils sieben Stellvertretern, vor einer  Moschee die Hand und besiegelten einen Frieden, mit dem es jetzt vorbei sein dürfte.

Die nun verhafteten Afghanen streiten indes alles ab, obwohl es eindeutige Beweise durch mehrere Überwachungskameras gibt: Sie wären entweder gar nicht dort, und wenn, dann nur zufällig bei der Millennium City gewesen. Fünf sitzen in U-Haft, der jüngste (15) wurde auf freiem Fuß angezeigt. Weitere Komplizen werden gesucht.

Roland Kopt

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