Feuermord: Verdächtiger bleibt in U-Haft

Frau verbrannt

© APA

Feuermord: Verdächtiger bleibt in U-Haft

Im Fall der im Juli in Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) ermordet aufgefundenen Lydia D. bleibt der Verdächtige weiterhin in Untersuchungshaft. Das teilte Theresia Schneider-Ponholzer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, mit. Mittwochnachmittag war für den 58-Jährigen, aus Argentinien stammenden Österreicher, eine Haftverhandlung angesetzt. Dabei sei die Untersuchungshaft entsprechend der gesetzlich vorgesehenen Frist um einen Monat verlängert worden.

Die Indizien, die es schon bei der Verhängung der U-Haft gegeben habe, seien "in keiner Weise widerlegt oder abgeschwächt", so die Erste Staatsanwältin. Aufgrund der Menge an sichergestellten Spuren seien noch viele Untersuchungsergebnisse ausständig.

Alibis widerlegt
Eines sei mittlerweile ersichtlich: "Sämtliche Ausflüchte, die der Beschuldigte hatte an Alibis, die wurden alle überprüft und sind alle geradezu widerlegt", meinte Schneider-Ponholzer. Dies sei mit ein Hauptgrund für die U-Haftverlängerung.

Zudem seien Untersuchungsergebnisse bereits mündlich mitgeteilt worden, lägen aber schriftlich noch nicht vor, weshalb man sie auch nicht kommentiere. Dabei handle es sich um Berichte über erste Untersuchungen: "Aber die täuschen oft und deswegen lassen wir uns da nicht beirren."

Keine Klarheit über Motiv
Der 58-Jährige kooperiere nicht, das sei aber sein gutes Recht. Die "Indizienkette" sei bereits jetzt "sehr intensiv", so Schneider-Ponholzer. Bis die zahlreichen sichergestellten Spuren untersucht seien, werde es aber dauern.

Über das Motiv habe man noch keine Klarheit gewonnen: "Aber vielleicht liegt das Motiv in seiner Persönlichkeitsstruktur". Deshalb werde auch noch ein psychiatrischer Sachverständiger bestellt. Bereits in Auftrag gegeben wurden DNA-Gutachten sowie ein Gutachten zum Vergleich von Faserspuren. Weiters sollen Pollen, die man im Bereich des Verdächtigen gefunden hat, mit solchen verglichen werden, die sich am Fundort der Leiche befanden. Der Kriminalpsychologe Thomas Müller soll eine "Tatortanalyse aus kriminalpsychologischer Sicht" durchführen.

Nahbeziehung zwischen Täter und Opfer
Die 72-jährige Lydia D. wurde in Nickelsdorf nahe der B10 zwischen einem Windschutzgürtel und einem Maisfeld gefunden. Die Frau starb durch stumpfe Gewalteinwirkung gegen den Kopf. Der Leichnam wurde mit einem Brandbeschleuniger übergossen und angezündet. Dass der Fundort auch der Tatort sei, wäre durchaus möglich: "Aber gesichert ist es in keiner Weise", so die Juristin.

Bei der Staatsanwaltschaft geht man von einer Nahbeziehung zwischen Täter und Opfer aus. Seitens der Verteidigung wird darauf hingewiesen, dass es gegen den 58-jährigen keinen stichhaltigen Beweis gebe. Er hatte sich selbst bei der Polizei gemeldet, weil er Gegenstände erkannt hatte, die der Toten gehörten. Der Fall sei deshalb interessant, weil alles "sehr subtil" sei, meinte Schneider-Ponholzer. Angesichts der "Schüssel mit Nüssen", wie die Kriminalpolizei sage, "da muss noch einiges geknackt werden."

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