Grazer Lehrer vor Gericht: Spuren beseitigt

Pensionist tot

Grazer Lehrer vor Gericht: Spuren beseitigt

Der Mordprozess gegen einen Grazer Lehrer ist am Donnerstag im Grazer Straflandesgericht fortgesetzt worden. Dem Mann wird vorgeworfen, am Tod eines Pensionisten zumindest beteiligt gewesen zu sein. Für die Tat war zunächst ein junger Türke verurteilt worden, der seinerseits später den Lehrer beschuldigte. Dieser wurde bereits heuer im Frühjahr von Geschworenen schuldig gesprochen, das Urteil ist aber von der Richterin aufgehoben worden. Am vierten Verhandlungstag der Neuauflage des Prozesses wurden mehrere Kriminalisten gehört.

"Spuren vernichtet"

Der Chef der Tatortarbeit schilderte anhand von Fotos, wie sich das Bild für die Ermittler dargestellt hatte: "Wir nahmen 33 Einzelspuren auf, 15 von ihnen wurden ausgewertet. In der gesamten Wohnung wurde Wasser verschüttet, weshalb einige Spuren vernichtet wurden." Er führte weiter aus, dass das Durcheinander wie nach einer Kampfhandlung nur inszeniert worden sein dürfte. Deshalb wurde bereits bei der ersten Verurteilung des mittlerweile verstorbenen Türken 2004 das Motiv Notwehr ausgeschlossen.

Die Kriminalisten zeigten sich aber verwundert über die beseitigten Spuren u.a. an den Messergriffen. Zum einen soll der Türke versucht haben, seine Fingerabdrücke abzuwischen, zum anderen sei er dann aber mit blutverschmierter Kleidung und Händen in Lokale gegangen. Das passe nicht zusammen, weshalb es durchaus möglich sei, dass der angeklagte Lehrer die tödlichen Stiche geführt hatte. Einer der Polizisten verteidigte die Ermittlungen von 2003: "Damals hatte keiner Zweifel, dass der verdächtige Türke der Täter war, zumal er ja geständig war. Mit dem Wissensstand von 2009 jedoch könnte man die Ermittlungen von damals als keine Sternstunde bezeichnen."

Verhandlung vertagt

Als der verhaftete Türke 2009 zur Polizei sagte, dass der Lehrer den Pensionisten getötet haben soll, habe er laut Ermittler beteuert, das Opfer damals nur verletzt zu haben. Er habe den ersten Stich geführt, jedoch nicht 85 Mal auf den Pensionisten eingestochen, ihm auch nicht den Daumen abgetrennt oder ihn mit einer Türschnalle geschändet. Einer der Ermittler sagte, er habe den Eindruck gehabt, dass der Verurteilte nach Jahren die Wahrheit sagen wollte.

Die Verhandlung wurde am Donnerstagnachmittag erneut vertagt. Der Prozess soll am 9. und 10. Dezember fortgesetzt werden.

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