Lawinen-Angst lähmt Österreich

Unfälle häufen sich

Lawinen-Angst lähmt Österreich

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Der Neuschnee sorgt in Österreich für absolutes Chaos. Mehrere Lawinenabgänge schnitten Donnerstagmorgen ganz Vorarlberg vom Rest des Landes ab. Weder Straßen noch Bahnstrecken konnten passiert werden, ganze Talschaften waren wegen verschütteter und gesperrter Straßen nicht erreichbar. Den ganzen Tag über rutschten tonnenschwere Schneebretter ins Tal, rissen Menschen mit, begruben Straßen unter sich.

Alpinisten im Lungau verschüttet
In Zederhaus im Salzburger Lungau haben am Freitag laut Polizei drei Personen ein Schneebrett losgetreten. Zwei von ihnen konnten sich selbst aus der Lawine befreien. Eine Person wurde verschüttet.

Skifahrer in Lech verschüttet
In Lech am Arlberg ist am Freitagmittag eine Person von einer Lawine verschüttet worden. Der Skifahrer war im Bereich Litzen - Zugertobel im freien Skiraum unterwegs, als sich gegen 12.15 Uhr ein Schneebrett löste und den Mann erfasst. Der Wintersportler wurde bei einer sofort eingeleiteten Suchaktion per Verschütteten-Suchgerät geortet und rasch geborgen. Nach der Versorgung durch den Notarzt an Ort und Stelle wurde der Skifahrer ins Krankenhaus geflogen.

Arlbergorte wieder erreichbar
Seit Freitag früh sind die Arlbergorte Lech, Zürs und Stuben wieder auf dem Straßenweg erreichbar. Weiter unterbrochen blieb dagegen vorerst die Arlbergbahnstrecke, ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.

Auch im Montafon entspannte sich die Situation. Die Montafoner Straße (L188) war zwar ab Schruns wegen Lawinengefahr gesperrt, es wurde aber eine Umleitung für den Verkehr eingerichtet.

Lawinengefahr Grafik © APA

Tirol: Situation "heikel"
In Tirol warnen die Experten vor einer "heiklen" Lawinen-Situation. Unerfahrenen Variantenfahrern oder Skitourengehern wurde "dringend" empfohlen, die gesicherten Pisten nicht zu verlassen. Die Lawinensituation werde sich nur langsam entspannen.

Kritische Lage in Salzburg
Auch in Salzburg ist die Lage kritisch. Laut Experten kann es immer noch zu spontanen Lawinen-Abgängen kleinen bis mittleren Ausmaßes kommen.

NÖ: Hohe Lawinengefahr
In Niederösterreich ist die Lawinen-Sitaution angespannt. Durch 15 Zentimeter Neuschnee besteht die Gefahr spontaner Schneebretter und Lockerschneelawinen im steilen Gelände. In den Ybbstaler und Türnitzer Alpen sowie im Rax-Schneeberggebiet wurde die Gefahr als groß bezeichnet, hier galt Warnstufe 4, in den Gutensteiner Alpen und in den Regionen Semmering und Wechsel Stufe 3.

Abgeschnitte Orte in der Obersteiermark wieder frei
Die Sperren nach St. Nikolai, Kleinsölk und Radmer konnten Donnerstagabend aufgehoben werden. Freitagvormittag herrschte im Raum Liezen wieder dichter Schneefall, zu neuerlichen Verkehrsbehinderungen kam es jedoch vorerst nicht. 

OÖ: Situation angespannt
Zwar wurde die Warnstufe von vier auf drei gesenkt, Experten rieten aber nach wie vor zu erhöhter Vorsicht, vor allem bei Skitouren. Koppenpass und Hengstpass waren weiterhin gesperrt. Gosau, das am Donnerstag zeitweise vom restlichen Bundesland abgeschnitten war, konnte wieder mit dem Auto von Oberösterreich aus erreicht werden.

Prognose.jpg

Familien-Wohnhaus wurde von einer Lawine begraben

  • Am späten Nachmittag wurde ein Tourengeher am Zirbitzkogel (Stmk.) unter einer Lawine tot gefunden.
  • Am Abend wurde in der Roßeck (Obersteiermark) ein Alpinpolizist (56) tot geborgen. Er war vor den Augen seiner Frau verschüttet worden.
  • In St. Christoph am Arlberg rutschte ein massives Schneebrett knapp vor ein Hotel und schnitt das Haus von der Außenwelt ab.
  • Eine Familie in Maria Alm kam mit dem Schrecken davon: Ihr Haus wurde von einer Lawine begraben.

mariaalm_lawine.jpg © Feuerwehr Maria Alm

(c) Feuerwehr Maria Alm

  • Mindestens einen Tourengeher erwischte es in Osttirol: Lawinenabgang in den Villgratener Alpen.
  • Lawine auch im Zillertal: Ein Verschütteter wurde rechtzeitig geborgen.
  • Aus Schneemassen gerettet wurde ein Wintersportler aus Oberösterreich, der in Kärnten auf Tour war.
  • Werfenweng: Ein Skifahrer war 100 Meter von Schneemassen mitgerissen worden, ehe er sich mit letzter Kraft selbst befreien konnte.
  • In Ischgl konnten mehrere Verschüttete erfolgreich geborgen werden.
  • Am Mittwoch starb auf einer freigegebenen Piste ein Schwede.

Rudi Mair vom Lawinenwarndienst Tirol: „Der Winter hat’s in sich. Seit über 30 Jahren gab’s nicht mehr so viel Schnee. Das Wochenende bleibt weiterhin kritisch – also Vorsicht auf den Pisten!“

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Autor: tiv
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