Muster-Schüler wurde abgeschoben

Steiermark

Muster-Schüler wurde abgeschoben

Eine schockierende Nachricht erreichte vergangenen Montag die Volksschule Straßgang in Graz: Der beliebte Schüler Ibrahim aus der vierten Klasse wurde abgeschoben.

Montag, 8 Uhr, in der Volksschule: Alle Kinder der vierten Klasse versammelten sich zur ersten Stunde. Ein Platz blieb jedoch leer, der des elfjährigen Ibrahim. Dann die traurige Gewissheit: Der beliebte Musterschüler und seine Familie wurden ausgewiesen. Klassenlehrerin Gabriella Gerö und die Kinder konnten es kaum fassen. Tränen flossen, der Frust stieg.

Die Vorgeschichte: Die Familie aus dem Nordkaukasus reiste 2011 nach Italien ein, suchte dort um Asyl an. Zog dann weiter nach Österreich. Die Kinder, Ibrahim und seine ältere Schwester, besuchten Schulen in Graz, waren gut integriert. Der gebürtige Russe war ein Musterschüler, engagiert und sehr motiviert, schwärmt seine Klassenlehrerin. Vergangenes Wochenende wurden Ibrahim und seine Familie von der Polizei abgeholt. Zielort: Wien. Von dort aus wurden der Elfjährige, die Schwester, die Eltern und der Onkel nach Italien gebracht.

Die Schwester hielt den Druck nicht aus: Spital
Dort wird dann das Asylverfahren abgewickelt, da sie offiziell zuerst in Italien einreisten. Für alle ein Schock. Ibrahims Schwester ertrug den Druck nicht mehr und musste sogar ins Krankenhaus. Klassenlehrerin Gabriella Gerö, die Schule und viele Eltern setzen jetzt alles daran, der Familie zu helfen. Die Kinder sollen ihre Schulausbildung in Graz abschließen dürfen, dafür wollen sie gemeinsam kämpfen.

Lehrerin: "Wir können es alle kaum fassen"

ÖSTERREICH: Frau Gerö, was geschah vergangenen Montag?
Gabriella Gerö: Ibrahim kam nicht zum Unterricht. Uns wurde mitgeteilt, dass seine Familie und er von der Polizei abgeholt wurden und Österreich verlassen müssen.

ÖSTERREICH: Wie fühlen sich Ihre Schüler dabei?
Gerö: Die Kinder und ich sind alle sehr traurig und geschockt. Ibrahim ist ein sehr lieber Bub, ein guter Schüler. Er wird hier bei uns sehr fehlen.

ÖSTERREICH: Was werden Sie unternehmen?
Gerö: Sowohl die Schule als auch viele Eltern setzen sich dafür ein, dass Ibrahim und seine Familie bleiben dürfen. Wir überlegen uns, gezielte Aktionen für die Familie zu setzen.

(kid)

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