40 Kilometer Stau auf der A4

Pfingsten und Nova Rock

40 Kilometer Stau auf der A4

Schon wieder ein verlängertes Wochenende: Der Pfingstmontag beschert uns drei freie Tage, viele Österreicher brechen zu einem Ausflug oder einem Kurzurlaub auf. Außerdem beginnen in den großen deutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg die Pfingstferien. Und Tausende Musikbegeisterte strömen zum Nova-Rock-Festival im burgenländischen Nickelsdorf. Dieser Ansturm war zu viel für Österreichs Straßen, ab Freitagnachmittag gab es vielerorts Stau. Traditionell hoch ist zu Pfingsten auch die Zahl der Verkehrsunfälle, die Polizei rüstet deshalb zum Großangriff auf Raser, Drängler und Alkolenker.

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Mega-Stau bei der Anreise zum Nova Rock im Burgenland
Am Samstag startet in Nickelsdorf im Burgenland das Nova-Rock-Festival. Tausende Musikfans sind bereits jetzt über die Ostautobahn (A4) zur Veranstaltung unterwegs. Vor der Abfahrt Nickelsdorf gibt es 40 Kilometer Stau, berichtet der ÖAMTC. Der Verkehr wird blockweise abgefertigt. Mehrere Unfälle sorgten für zusätzliche Behinderungen. Um den übrigen Verkehr so wenig wie möglich zu behindern, wurde vor der Ausfahrt der Pannenstreifen für die anreisenden Rockfans geöffnet. Ein Ausweichen über die Bundesstraße ist laut Bezirkshauptmannschaft nicht sinnvoll, auch dort gibt es zähen Verkehr. Veranstalter und ÖBB empfehlen die Anreise mit dem Zug, das ganze Wochenende über fahren zahlreiche Sonderzüge.

Blockabfertigung auf der Tauernautobahn
Wesentlich früher als erwartet setzte der Reiseverkehr in Salzburg ein. Auf der Tauernautobahn (A10) wurde der Verkehr Richtung Süden vor dem Tauerntunnel bereits ab 14.30 Uhr nur mehr blockweise abgefertigt. Zwar steht die Eröffnung der zweiten Tunnelröhre kurz bevor, doch zu Pfingsten steht den Autofahrern wie bisher nur ein Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung. Auch am Samstag rechnen Polizei und Autofahrerklubs deshalb mit kilometerlangen Staus und stundenlangen Wartezeiten auf der A10 Richtung Süden.

Stau auch in Vorarlberg und der Steiermark
Blockabfertigung und Stau meldete der ARBÖ auch von der Pyhrnautobahn in der Steiermark (A9): Vor dem einröhrigen Gleinalmtunnel bei St. Michael mussten die Autofahrer fast eine Stunde lang warten. Viel Geduld brauchten die Pfingsturlauber auch in Vorarlberg: Vor dem Pfändertunnel bei Bregenz gab es Richtung Süden rund eine halbe Stunde Wartezeit, nichts ging mehr auch auf der Ausweichstrecke durchs Stadtgebiet (L190).

Dichten Verkehr und abschnittsweise Stau erwartet der ÖAMTC am Samstag auch auf den übrigen Nord-Süd-Transitrouten, z.B. der Brennerautobahn (A13) und sowie über den Fern- (B179) und den Reschenpass (B180).

Stau auf den Stadtausfahrten
Auch in den großen Städten brachen viele Pfingsturlauber schon am Freitagnachmittag auf. In Wien und Niederösterreich staut es sich unter anderem auf der Tangente (A23) im gesamten Verlauf und auf der Südautobahn (A2) vor einer Baustelle bei Baden. Nur langsam voran kamen die Autofahrer auch am Franz-Josefs-Kai und am Gürtel. Kolonnenverkehr meldetet der ÖAMTC auch von der Wiener Außenring-Autobahn (A21). In Graz sorgen Baustellen am Eggenberger- und Bahnofgürtel sowie in der St.-Peter-Hauptstraße für Behinderungen. In Linz stockte der Verkehr auf der Mühlkreisautobahn (A7) sowie auf der A1 beim Knoten Linz. Langsam voran ging es in der Stadt Salzburg auf der Tauern (A10)- und der Westautobahn (A1) sowie generell im Stadtgebiet. In Innsbruck mussten die Autofahrer am Südring und auf der Tiroler Straße (B171) an den Stadtausfahrten Geduld aufbringen, im Raum Bregenz gibt es Stop-and-Go-Verkehr auf der L190, der Vorarlberger Straße geben sowie auf den Hauptstraßen Richtung Schweiz.

Riesen-Streik in Tschechien am Pfingstmontag
Eine unagenehme Überraschung warte auf all jene, die über das verlängerte Wochenende nach Tschechien fahren: Am Pfingstmontag streiken die Eisenbahner und die Mitarbeiter im öffentlichen Nahverkehr. Bereits ab 3 Uhr Früh stehen Züge still, in Prag werden massive Behinderungen bei S- und U-Bahnen sowie bei den Straßenbahn- und Buslinien erwartet. Wie Radio Prag berichtet, drohen die Transportgewerkschaften auch mit Straßenblockaden. Wie lange der Streik dauern wird, ist noch unklar. Die Gewerkschaften protestieren gegen das drastische Sparpaket der Mitte-Rechts-Regierung.

Hohes Unfallrisiko: Polizei macht Jagd auf Verkehrssünder
Bei 440 Verkehrsunfällen sind zu Pfingsten im Vorjahr sechs Menschen im Straßenverkehr getötet worden. Deshalb will die Polizei auch heuer verstärkt Kontrollen durchführen und besonderes Augenmerk "auf die Fahrgeschwindigkeit und das Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss richten", kündigte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) an.

Intensive Tempo-, Abstands- und Alkokontrollen
Es wird intensive Kontrollen des Reise- und Ausflugsverkehrs, konsequentes Vorgehen gegenüber Rasern und Dränglern, Alkohol- und Drogenlenkern sowie gezielte Schwerpunkte auf Motorradstrecken geben. Den Polizisten stehen 2.500 Einsatzfahrzeuge, 350 Motorräder und 100 Zivilstreifenfahrzeuge zur Verfügung sowie 200 stationäre und mobile Radargeräte, 1.200 Lasergeschwindigkeitsmessgeräte, elf Abstandsmess-Systeme, 1.650 Alkomaten, 1.200 Alko-Vortestgeräte, 69 Mopedprüfstände und 266 Auswertegeräte für die Kontrolle der Lenk-und Ruhezeiten im Schwerverkehr, so das Innenministerium.

Im Vorjahr über 300 Führerscheinabnahmen
2010 mussten 328 Lenker den Führerschein abgeben. In den Jahren 2008 und 1996 wurde mit jeweils nur fünf Verkehrstoten das das beste Ergebnis seit Einführung der Statistik im Jahr 1967 verzeichnet. Die meisten Todesopfer gab es bisher 1979 mit 45 Getöteten und 1984 mit 44 Toten am Pfingstwochenende zu beklagen.

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Autor: Daniel Kortschak
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