Sonnenfinsternis: Halten die Stromnetze?

Showdown am 20. März

Sonnenfinsternis: Halten die Stromnetze?

Die partielle Sonnenfinsternis am 20. März wird wegen der mittlerweile relativ hohen Photovoltaik-Erzeugung auch eine Herausforderung für Europas Stromnetze. Die heimische Netzgesellschaft APG sieht Österreich und auch die anderen europäischen Übertragungsnetzbetreiber für das Ereignis sehr gut gerüstet. Viel wird auch vom Wetter abhängen.

Video zum Thema Mega-Sonnenfinsternis über Österreich

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Ab 9:30 Uhr in Österreich
Beginnend in Portugal werde es in Europa am 20. März zwischen 9.00 Uhr und 12.11 Uhr zu einer partiellen Sonnenfinsternis kommen. Laut Vorausberechnungen der NASA werde die Abschattung der Sonne fast überall in Kontinentaleuropa mehr als 60 Prozent abdecken. In Österreich wird die Sonnenfinsternis zwischen rund 9.30 Uhr und 12 Uhr stattfinden.

sonnenfinsternis3.jpg © APA

Hier klicken: Sonnenfinsternis, das müssen Sie jetzt wissen >>>

120 Megawatt
Der maximal mögliche Leistungseinbruch bei der Sonnenstromerzeugung wird in Österreich laut Berechnungen der APG maximal 120 Megawatt (MW) betragen. "Diesen kann die APG durch ihre verfügbaren Regelreserven ausgleichen", so die APG. Zum Vergleich: Das Wiener Donaukraftwerk Freudenau hat eine installierte Leistung von 172 MW.

In ganz Kontinentaleuropa sind mittlerweile mehr als 80.000 MW an Photovoltaikleistung am Netz. Bei voller Erzeugung entspreche dies in etwa dem Spitzenverbrauch Deutschlands, so die APG. Für den teilweisen Ausfall dieser Erzeugungsleistung während der partiellen Sonnenfinsternis, die ein vorhersehbares und daher gut planbares Ereignis sei, müsse entsprechende Vorsorge getroffen werden.

"Keine Bedrohung"
Die Regulierungsbehörde E-Control sehe keine unmittelbare Bedrohung für die Versorgungssicherheit in Österreich und gehe davon aus, dass ein möglicher Ausfall der österreichischen Photovoltaikanlagen durch die vorhandenen Reserven gut kompensiert werden könne, so die APG. Weniger gut prognostizieren lasse sich der Einfluss aus benachbarten Netzen. Österreich ist voll in das europäische Netz integriert.

sonnenfinsternis_2.jpg © APA
(c) APA; So sah die Finsternis am 31. Mai 2013 über Wien aus

Bei hohem Aufkommen von Wind- und Photovoltaikerzeugung gebe es daher auch hohe Stromimporte nach Österreich. Sollte Europa am betreffenden Tag wolkenverhangen sein, würden sich die Schwankungen in der Stromeinspeisung aus Photovoltaikerzeugung in engen Grenzen halten. Verdunkle sich die Sonne an einem wolkenlosen Tag in relativ kurzer Zeit um bis zu 80 Prozent, breche das Sonnenstromaufkommen ebenso rasch sehr stark ein.

Die APG habe ihre Vorsichtsmaßnahmen für den 20. März daher sehr breit angelegt. Die maximal möglichen Erzeugungsausfälle können durch die APG-Regelreserven ausgeglichen werden. Im Rahmen ihrer Störfallmanagement-Vereinbarungen gebe es außerdem die Möglichkeit, die heimischen Pumpspeicherkraftwerke strategisch einzusetzen.

Vorbereitungen

Das APG-Personal, insbesondere die diensthabenden System-Operatoren in der APG-Steuerzentrale, werden seit Wochen auf den 20. März vorbereitet. Mit den Übertragungsnetzbetreibern der Nachbarländer werde in eigens eingesetzten Telefonkonferenzen eine entsprechende Abstimmung der zu treffenden Maßnahmen sicherstellen.

   Die Mitglieder der Vereinigung der europäischen Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E, darunter auch die APG, bereiten sich seit etwa einem Jahr auf die partielle Sonnenfinsternis vor.
 

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