Zahlreiche Verletzte durch Silvesterböller

Kein guter Rutsch

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Zahlreiche Verletzte durch Silvesterböller

In der Steiermark hat es zu Silvester zwei folgenschwere Unfälle mit Explosivkörpern gegeben. Im Bezirk Radkersburg detonierte ein Böller in der Hand eines 22-Jährigen, der dabei zwei Finger ganz bzw. teilweise verlor. Ein neben stehender Bursche wurde ebenfalls verletzt. Im Bezirk Judenburg schoss sich ein 40-Jähriger beim Hantieren mit einer Schusswaffe in den Bauch. Außerdem gab es mehrere Brände, die durch Feuerwerkskörper ausgelöst worden sind.

19-Jähriger erlitt schwere Augenverletzungen
Schon bei der Vorbereitung der Silvesterknallerei am Mittwochnachmittag gab es in Hof bei Straden (Bezirk Radkersburg) einen Zwischenfall mit einem Böller: Der Explosivkörper detonierte in einem Raum, in dem sich drei junge Männer aufhielten, in der Hand eines 22-Jährigen. Der junge Mann verlor einen Daumen, von einem weiteren Finger wurde die Kuppe abgetrennt. Zudem erlitt er eine Quetschwunde am Kopf. Ein zweiter, neben stehender 19-jähriger Bursche wurde von dem Geschoß gestreift und erlitt Augenverletztungen. Beide junge Männer wurden ins LKH Feldbach eingeliefert.

Schussverletzung in Pöls
Offenbar auch im Zusammenhang mit dem Jahreswechsel stand eine Schussverletzung in Pöls (Bezirk Judenburg): Ein 40-jähriger Techniker schoss sich kurz nach Mitternacht beim Hantieren mit einer Faustfeuerwaffe in den Bauch. Laut Polizei wurde der Mann ins LKH Judenburg eingeliefert. Lebensgefahr bestehe nicht.

"Feuerzauber"
Zumindest drei Brände, die in der Silvesternacht in der Steiermark zum Teil erheblichen Sachschaden verursachten, werden von der Polizei ebenfalls dem traditionellen "Feuerzauber" zugeordnet: In Eisenerz (Bezirk Leoben) geriet eine Plastikdachkuppel des Hallenbades durch einen Leuchtballon in Brand, in Pitschgau (Bezirk Deutschlandsberg) wurde der Dachstuhl eines Wirtschaftsgebäude vermutlich durch eine Rakete eingeäschert und in Graz-Gösting kam es durch einen Feuerwerkskörper zu einem Autobrand, der von einem Passanten mit einem Handfeuerlöscher gelöscht wurde.

16 Einsätze in Niederösterreich
Mehr Verletzte durch Feuerwerk als vor einem Jahr hat es in der jüngsten Silvesternacht in Niederösterreich gegeben. 16 diesbezügliche Einsätze wurden von der Rettung verzeichnet, damit fast doppelt so viele wie beim vergangenen Silvester. Keine Verletzung war allerdings so schwer, dass ein Notarzteinsatz erforderlich war.

4-Jährige durch selbst gebauten Böller verletzt
Ein vierjähriges Mädchen und ein 16-jähriger Bursch sind Mittwochnachmittag beim beim Anfertigen eines Eigenbau-Böllers in Walding im oberösterreichischen Bezirk Urfahr-Umgebung verletzt worden. Der 16-Jährige wollte in der Garage des Hauses seiner Großeltern aus einzelnen Böllern, die im vergangenen Jahr aus Tschechien importiert worden waren, einen Dreifach-Böller basteln. Dazu schnitt er mit einem Messer einen der drei Knallkörper auf. Dabei dürfte sich dieser durch die Reibungshitze selbst entzündet haben und explodierte.

"So schlimm war es noch nie"
Obwohl die oberösterreichischen Sicherheitsbehörden, Brandsachverständige und die Feuerwehren vor Silvester eindringlich auf die Gefahren von insbesondere illegal aus dem Ausland eingeführten pyrotechnischen Artikeln aufmerksam gemacht haben, sind damit in der Nacht zum Donnerstag schlimme Verletzungen und schweren Sachschaden angerichtet worden. Den Verursachern drohen - sofern sie ausgeforscht werden können - Anzeigen. Ein Polizist, der auf eine langjährige Berufserfahrung verweisen kann, bilanzierte über die Nacht: "So schlimm war es noch nie".

In Bad Goisern im Bezirk Gmunden ist einem 26-Jährigen beim Zünden eines aus Osteuropa stammenden Feuerwerkes, das bereits in die Klasse der "Sprengkörper" eingestuft wird, eine Rakete ins Auge geschossen. Er wurde dabei schwer verletzt und musste ins Krankenhaus Bad Ischl eingeliefert werden. Ebenfalls am Auge verletzt wurde ein 38-Jähriger in Walding im Bezirk Urfahr-Umgebung. Er ist vom herabfallenden Stiel einer Feuerwerksrakete getroffen worden.

Ebenfalls in Walding ist ein 16-Jähriger Opfer der Silvesterknallerei geworden. Er wollte aus einzelnen Böllern, die im vergangenen Jahr aus Tschechien importiert worden waren, einen Dreifach-Böller basteln. Beim Aufschneiden von einem der drei Knallkörper dürfte sich dieser durch die Reibungshitze selbst entzündet haben und explodierte. Der Jugendliche wurde an der rechten Hand, im Gesicht und im Brustbereich verletzt.

Zigarettenautomat gesprengt
In Traun im Bezirk Linz-Land wurde ein Zigarettenautomat durch einen in die Auswurflade gesteckten Schweizerkracher regelrecht gesprengt. Der Schaden beträgt ersten Schätzungen zufolge zwischen 3.000 und 4.000 Euro. In Linz wurden drei Parkautomaten, zwei Telefonzellen und ein Briefkasten durch Explosionen schwer beschädigt. Auch in Asten im Bezirk Linz-Land wurde ein Briefkasten in die Luft gejagt. Die Schadenshöhe ist in diesen Fällen noch unbekannt. In Steyr wurde ein öffentliches WC mit Feuerwerkskörpern zerstört.

Auto in Brand gesteckt
In Braunau fing der linke Vorderreifen eines geparkten Autos Feuer. Es griff auf den Motorraum über. Am Wagen entstand Totalschaden. Als Verursacher wird eine Personengruppe vermutet, die beim Fahrzeug ein Silvesterfeuerwerk abgeschossen hat und beim Brandausbruch in verschiedene Richtungen geflüchtet ist. In Reichersberg am Inn im Bezirk Ried im Innkreis ist eine angebaute Scheune eines Bauernhofes mitsamt landwirtschaftlichen Geräten, Futter- und Holzvorräten durch einen Brand vernichtet worden. In nächster Nähe war eine Silvesterparts gefeiert worden, wobei zahlreiche Feuerwerkskörper in Richtung der Scheune abgeschossen worden waren.

In Oberndorf bei Schwanenstadt im Bezirk Vöcklabruck durchschlug eine Rakete die Doppelverglasung eines Fensters zum Schlafzimmer eines Einfamilienhauses und explodierte dort. Die Bewohner konnten den Brand selbst löschen. Aus etlichen Gemeinden wurden ebenfalls Brände von Hausfassaden, Altpapiercontainern, Wiesen und Hecken gemeldet.

Wiener Schüler an der Hand schwer verletzt
Auch in Wien hat das Hantieren mit einem selbst gebastelten Böller zu einem schweren Unfall geführt. Ein 14-jähriger Schüler wurde dabei am Silvestertag nach Angaben der Polizei vom Donnerstag an der Hand erheblich verletzt. Beim Eintreffen der Hilfskräfte lag der Bub am Boden und blutete an der Hand so wie aus dem Mund. Der Bursche und ein bei dem Unglück anwesender Freund erlitten außerdem Verletzungen an den Augen. Beide Opfer wurden in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei entdeckte noch zahlreiche pyrotechnische Gegenstände bei den Kindern.

Nach Angaben der Polizei wurden in der Silvesternacht in Wien insgesamt 125 Anzeigen wegen Übertretung des Pyrotechnikgesetzes erstattet bzw. Organmandate ausgestellt und mehrere hundert pyrotechnische Gegenstände aller Art sichergestellt. Die Verwendung der Feuerwerkskörper führte zu insgesamt 26 Bränden bzw. Sachbeschädigungen durch pyrotechnische Gegenstände und drei Unfällen. In 17 Fällen wurden Anzeigen wegen Lärmerregung erstattet, zwei Personen vorübergehend festgenommen.

Verletzte in Tirol
Zahlreiche Verletzte sind in Tirol auf das Konto der alljährlichen Silvesterknallereien gegangen. Eine in der Hand explodierte Rakete verletzte einen jungen Mann in Brixlegg schwer. Verbrennungen im Gesicht, Bauchbereich und an den Händen hatte ein 17-Jähriger davongetragen, als er in Fügen im Tiroler Zillertal kurz vor Mitternacht auf einem Feld eine Abschussrampe für Raketen baute. Bei den Vorbereitungsarbeiten explodierte aus unbekannter Ursache ein Feuerwerkskörper.

Finger-Glieder weggerissen
In Seeboden am Millstätter See (Bezirk Spittal/Drau) in Kärnten versuchte ein 20-Jähriger, einen Böller zu entzünden. Er hielt den Feuerwerkskörper direkt über eine Feuerfontäne, worauf dieser in seinen Händen explodierte. Dem Burschen wurden einige Finger-Glieder weggerissen. Ebenfalls im Bezirk Spittal, in Gmünd, wollte ein 22 Jahre alter Elektriker eine Rakete, die in einem Schneewall steckte, wieder aufstellen - sie detonierte in seiner Hand. Der Mann kam mit schweren Verletzungen ins Spital.

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