Sonderthema:
Bankräuberin:

Coup in High Heels

Bankräuberin: "Ich tat es aus Liebe!"

ÖSTERREICH traf die schönste Bankräuberin des Landes im Gefängnis: Selbst Monate nach der Tat deckt sie ihren Komplizen, einen Fußballer.

Edyta H. wirkt zerbrechlich, als sie hinter der Plexiglaswand Platz nimmt und zum Hörer greift. Die langen Haare fallen der 26-jährigen Polin ins Gesicht, in den braunen Augen spiegelt sich Trauer. Mitte April wurde Edyta H. zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Sie hatte in High Heels und mit rot geschminkten Lippen eine Bank in Linz überfallen – aus Liebe zu einem Mann, dessen Geliebte sie vier Jahre lang war. Auch hinter Gitter deckt Edyta H. ihn: Ihr mutmaßlicher Komplize, der bekannte oö. Kicker Ervin R. (37), sitze unschuldig im Knast, erzählt sie im ÖSTERREICH-Interview.

ÖSTERREICH: Wie ist der Überfall im Oktober 2010 abgelaufen?
Edyta H.: Ervin hatte ein Casino, stand kurz davor, es wegen finanzieller Probleme zu schließen. Ich wollte ihm helfen, deshalb habe ich die Bank überfallen. Ich habe ihn gebeten, mich zu einer bestimmten Uhrzeit vor der Bank abzuholen. Ich sagte, ich hätte einen Termin im Nagelstudio und würde noch eine Rechnung in der Bank einzahlen. Als er meine Maskierung sah, hat er mich beschimpft, dass ich dumm sei und ihn in Schwierigkeiten bringe. Die Beute wollte er auch nicht haben.

ÖSTERREICH: In Ihrer ersten Aussage haben Sie ihn aber als Mittäter beschuldigt.
Edyta H.: Weil ich wütend war. Nach meiner Festnahme wurde mir von der Polizei erzählt, Ervin hätte eine andere Frau. Daraufhin wollte ich mich rächen und habe gesagt, er hätte vom Coup gewusst. Diese Aussage habe ich aber nach zwei Tagen zurückgezogen, weil ich wusste, dass sie nicht stimmt. Doch ab diesem Zeitpunkt hat mir niemand mehr geglaubt. Mir wurde der Vorschlag gemacht, wenn ich aussage, dass Ervin mein Komplize gewesen sei, würde ich früher aus der Haft entlassen. Das habe ich nicht getan.

ÖSTERREICH: Ervin wurde ebenfalls verurteilt.
Edyta H.: Wir schreiben uns hin und wieder Briefe. Ich hoffe, dass die Justiz den Fehler erkennt und dass er bald aus dem Gefängnis entlassen wird. Wir haben uns in einem Café kennen gelernt, sind schon seit viereinhalb Jahren ein Paar. Mittlerweile ist Ervin auch geschieden. Vielleicht haben wir nach unserer Freilassung eine gemeinsame Zukunft.

ÖSTERREICH: Bereuen Sie die Tat?
Edyta H.: Jeden Tag. Was ich gemacht habe, der Überfall und die Beschuldigung, ist eine Katastrophe. Ich bereue es sehr, aber ich habe es aus Liebe zu Ervin getan

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