20 Jahre Haft

14 Banküberfälle: Brüderpaar verurteilt

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Die beiden Männer wurden auch des versuchten Mordes schuldig gesprochen.

Zu hohen Haftstrafen sind am Montag am Landesgericht St. Pölten drei Brüder nicht rechtskräftig verurteilt worden, die sich in einem sechstägigen Prozess wegen Serienbankraubs verantworten mussten. Wegen der Schießerei mit einem Sicherheitsbeauftragten einer Bank wurde der Jüngste (25) auch des Mordversuchs schuldig gesprochen, sein 27-jähriger Bruder wegen Beihilfe zum versuchten Mord - sie erhielten jeweils 20 Jahre. Ihr 43-jähriger Halbbruder bekam fünf Jahre Freiheitsstrafe.

1,2 Mio. Euro erbeutet
Das Trio soll von 2005 bis 2009 jeweils in den Monaten November und Dezember insgesamt 14 Banken in Ober-, Niederösterreich und Steiermark überfallen und dabei 1,2 Mio. Euro erbeutet haben, womit die Männer ihren Lebensunterhalt bestritten.

Mordversuch und Beihilfe zum versuchten Mord
Gefasst wurden die beiden Jüngeren schließlich im Dezember 2009, nachdem sie zum zweiten Mal eine Raika in Blindenmarkt ausgeraubt hatten. Auf der Flucht war es dann zwischen dem 25-Jährigen und einem privaten Security-Mann, der den Täter stellen wollte, zu einem Schusswechsel gekommen. Dabei erlitt der Beschuldigte einen Oberkörperdurchschuss. Dem Wachmann wurde Notwehr zugebilligt, ein Antrag auf Fortführung des Verfahrens ist aber aufrecht.

Strafhöhe: "Enorme kriminelle Energie" ausschlaggebend
Erschwerend war laut Richterin Andrea Humer unter anderem das Zusammentreffen mehrerer Verbrechen, das "besonders brutale Umgehen mit den Bankangestellten" sowie der lange Zeitraum, in dem die Überfälle verübt wurden. Für die Strafhöhe sei die "enorme kriminelle Energie" ausschlaggebend gewesen. Mildernd hätten sich hingegen die Geständnisse ausgewirkt. Der wegen Raubes und Hehlerei verurteilte 43-Jährige nahm das Urteil an, die anderen beiden erbaten Bedenkzeit. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

"Eingespieltes Team"
Anklägerin Michaela Obenaus-Zimmel hatte während der Verhandlung immer wieder auf die Gefährlichkeit der Angeklagten hingewiesen und hohe Strafen für das "eingespielte Team" gefordert. Die Aufrüstung des Trios - von Softguns bis zu Maschinenpistolen - zeige "eine kriminelle Entwicklung, die ihresgleichen sucht", meinte sie und verwies auf das aggressive und brutale Verhalten bei den Überfällen.

Auch dass sich bei bekennenden Waffennarren der erste Schuss auf den Wachmann in Blindenmarkt zufällig gelöst habe, sei "unwahrscheinlich". "Natürlich wollten sie flüchten, aber das eben ohne Rücksicht auf Verluste. Ihnen war klar: Wenn man einen Schuss auf einen Menschen abgibt, kann das zum Tod führen", machte sie in ihrem Schlussplädoyer auf bedingten Vorsatz aufmerksam. "Bankräuber ist nicht gleich Mörder", widersprach hingegen Verteidigerin Irmtraud Oraz. Der 25-Jährige habe - wie er auch selbst abschließend betonte und sich entschuldigte - nicht gezielt geschossen.

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