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Polizisten als Geburtshelfer

Wien

Polizisten als Geburtshelfer

Gegen drei Uhr Früh startete vor den Augen der beiden Polizisten Martin Seidel (33) und Stefan Ulreich (26) ein Wagen durch. Der Fahrer raste über eine rote Ampel, die Inspektoren nahmen die Verfolgung über die Johnstraße auf.

Auf der Höhe der Hütteldorferstraße 45 schafften sie es, den Wagen zu stoppen. Noch bevor sie aussteigen konnten, sprang ihnen auch schon der Lenker entgegen (21), schrie: „Hilfe! Hilfe! Frau! Baby!“ „Als wir dann zum Wagen kamen, saß eine junge Frau auf dem Beifahrersitz. Und wir sahen schon den Kopf des Kindes“, so Seidel, der noch immer nicht weiß, wie ihm geschehen ist.

Polizisten leiteten Geburt und Verkehr
Während Seidel den aufgelösten Vater zu beruhigen versuchte und den Verkehr regelte, stand Ulreich der Mutter zur Seite. Glücklicherweise kam zufällig ein Rettungswagen der Johanniter vorbei. Die Ärztin Biljana Vukicevic und der Sanitäter Martin Müller übernahmen die Versorgung. Dann brachte eine weitere Rettung die junge Mutter samt Baby ins Hanusch-Krankenhaus. Seidel: „Im Grunde genommen haben Mutter und Baby die ganze Arbeit allein gemacht.“

"Wir sind beide aus allen Wolken gefallen"

ÖSTERREICH: Wie oft haben Sie schon bei einer Geburt assistiert?
Martin Seidel: Ehrlich gesagt, noch nie. Es passiert ja nicht alle Tage, dass man eigentlich eine Verkehrskontrolle macht und dann von einem Neugeborenen angelächelt wird.

ÖSTERREICH: Wie haben Sie sich dabei gefühlt?
Seidel: Ehrlich gesagt, wir sind aus allen Wolken gefallen. Dann haben wir eine Arbeitsteilung vorgenommen. Ich war für die Sicherheit zuständig, mein Kollege blieb bei der Mutter.

ÖSTERREICH: Der Vater ist bei Rot über die Ampel. Droht ihm eine Strafe?
Seidel: (lacht) Nein. In dem Fall ist er entschuldet.

(kov)

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