Die Heeres-
Tricks der Politiker

Kein Wehrdienst

© APA/Olivier Fitoussi, APA/Roland Schlager, TZ ÖSTERREICH/Markus Kucera

Die Heeres-
Tricks der Politiker

Der ÖSTERREICH-Bericht (Seite 2) über die "untauglichen" FPÖ-Funktionäre Harald Vilimsky und Martin Strutz sorgte für ordentlich viel Aufregung. "Mir geht es um diese Doppelbödigkeit der FPÖ, einerseits den Zwangsdienst Wehrpflicht zu fordern, sich selbst aber daraus zu flüchten", ärgert sich der BZÖ-Parlamentarier Stefan Petzner, der die Fälle aufdeckte. Allerdings sind die beiden FPÖler nicht die einzigen Politiker, die sich trickreich vor dem Heer drückten. Die Grünen haben dazu gestern eine parlamentarische Anfrage an Verteidigungsminister Norbert Dara­bos eingebracht.

"Wir wollen wissen, welche Regierungsmitglieder und Abgeordneten sich vor dem Wehrdienst gedrückt haben", so Grünen-Politiker Peter Pilz. Das profil lüftete bereits ein paar Heeres-Geheimnisse:

  • Der ehemalige ÖVP-Kanzler Wolfgang Schüssel wurde in den 60er-Jahren wegen "öffentlicher Interessen" vom Wehrdienst befreit. Schüssel war damals Mitarbeiter des ÖVP-Klubs.
  • Sein Kanzler-Nachfolger Alfred Gusenbauer war wegen seiner "Kurzsichtigkeit" untauglich.
  • Sein Vize Wilhelm Molterer kam mit einem "ärztlichen Attest" davon.
  • Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser konnte wegen einer chronischen Gastritis nicht zum Heer.
  • Der ehemalige Grünen-Chef Alexander Van der Bellen hat seinen Präsenzdienst wegen Studiums und familiären Gründen aufgeschoben – er wurde nie einberufen.
  • EU-Kommissar Johannes Hahn wurde wegen einer schweren Erkrankung vom Wehrdienst befreit.
  • ÖVP-Abgeordneter und Marathonläufer Martin Bartenstein musste wegen Bluthochdruck nicht zum Heer.

In der aktuellen Regierung gibt es übrigens nur einen untauglichen Minister (Alois Stöger). Alle übrigen waren entweder beim Zivildienst oder beim Heer.

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