ORF-Skandal

Weißmann über belastendes Material: "Wird schon stimmen"

Im Skandal um Ex-ORF-Chef Roland Weißmann gibt es neue Enthüllungen. Der Anwalt des Stiftungsrats bestätigt nun, dass Weißmann die Echtheit des belastenden Materials im Kern nicht bestritten hat. 

Nach dem Rücktritt von Generaldirektor Roland Weißmann kommen nun brisante Details aus den entscheidenden Gesprächen ans Licht. Der Anwalt des Stiftungsrats, Roland Gerlach, stellte gegenüber der "Presse" klar, dass Weißmann die gegen ihn vorliegenden Beweise für sexuelle Belästigung bei einer Konfrontation im Kern bestätigt habe. Auf die Frage nach der Echtheit des Materials habe Weißmann wiederholt geantwortet: „Das wird schon stimmen“.

Echtheit des Materials bestätigt

Laut Gerlach sei Weißmann durch das dokumentierte Material als Generaldirektor „untragbar“ geworden. Der Anwalt widerspricht zudem Darstellungen, wonach seitens der Stiftungsräte Heinz Lederer und Gregor Schütze unzulässiger Druck auf den Ex-Chef ausgeübt worden sei. Man habe ihm lediglich verschiedene Handlungsoptionen aufgezeigt, woraufhin Weißmann seinen Rücktritt erklärte. Inzwischen hat Weißmann jedoch angekündigt, strafrechtlich gegen mehrere beteiligte Personen vorzugehen, da er den Verdacht auf strafrechtlich relevantes Verhalten sieht.

Betroffene bricht ihr Schweigen

Die Frau, die die Vorwürfe erhoben hat, meldete sich nun ebenfalls öffentlich zu Wort. Sie zeigt sich schockiert über die „Verdrehung der Tatsachen“ und weist Gerüchte zurück, sie sei Teil einer Intrige. Laut ihrer Aussage habe sie mehrfach versucht, die Angelegenheit diskret zu lösen, sei aber auf Ablehnung gestoßen. Sie fühle sich durch die aktuellen Entwicklungen diskreditiert und sieht ihre Opferrechte verletzt.

Zeitdruck für den ORF

Im Stiftungsrat selbst hat sich die Situation mittlerweile zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Peter Westenthaler und dem Vorsitzenden Heinz Lederer entwickelt. Lederer drängt nun auf eine rasche Aufklärung durch die ORF-Geschäftsführung. Der Grund für die Eile ist rein rechtlicher Natur: Sollte keine fristlose Entlassung erfolgen, könnte Weißmann Ansprüche in der Höhe von bis zu drei Millionen Euro geltend machen. Die Compliance-Abteilung des ORF ist laut eigenen Angaben bereits mit externer Unterstützung tätig, um die Vorwürfe lückenlos zu prüfen.

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