19. November 2008 21:56
Aufwind für Werner Faymann und seine SPÖ: Knapp zwei Monate nach der
Nationalratswahl liegt die SPÖ in der aktuellen Gallup-Umfrage für
ÖSTERREICH (400 Befragte ab 16 Jahre) um 8 Prozentpunkte vor der ÖVP.
SPÖ legt wieder zu
35 Prozent der Österreicher würden im
Moment SPÖ wählen – das ist ein Plus von 5,7 Prozentpunkten im Vergleich zur
Wahl, wo die SPÖ ein historisches Tief von 29,3 Prozent der Wählerstimmen
erreicht hatte. Vergleicht man den SPÖ-Wert mit jenem kurz nach der Wahl, so
ergibt sich ebenso ein leichtes Plus – von einem Prozentpunkt.
Damit wird der Faymann-Kurs für eine schnelle Große Koalition voll
bestätigt. Denn eine Mehrheit (56 %) der Österreicher spricht sich für die
rot-schwarze Regierung aus (siehe rechts).
ÖVP profitiert von BZÖ. Die ÖVP kommt seit dem Wahldebakel am 28. September
hingegen nicht richtig vom Fleck und hält bei 27 Prozent. Zwar kann die
Volkspartei im Vergleich zur Wahl einen Prozentpunkt zulegen – das geht aber
allein auf das Konto des BZÖ. Denn seit dem Tod Jörg Haiders hat das BZÖ
fast drei Prozentpunkte verloren, 8 Prozent der Befragten würden sich im
Moment für die Orangen entscheiden.
Kein Pröll-Bonus
Die Situation der ÖVP zeigt klar: Den Unmut
der schwarzen Wähler konnte auch der neue VP-Parteichef Josef Pröll nicht
besänftigen, der Rücktritt Wilhelm Molterers hat kaum Wähler zur ÖVP
zurückgebracht.
FPÖ und Grüne legen leicht zu. Relativ unverändert auch die Situation bei
FPÖ und Grünen: Die Strache-Partei liegt bei 18 Prozent, das ist im
Vergleich zur Wahl ein Plus von 0,5 Prozentpunkten und die Grünen – die seit
jeher Umfragekaiser sind, bei Wahlen diese Erwartungen aber nicht erfüllen
können – liegen momentan bei 12 Prozent (plus 1,6 % zur Wahl).
Faymann uneinholbar. Dass Werner Faymann mit seinem Kurs die Stimmung der
Österreicher trifft, bestätigt auch die Kanzlerfrage. 43 Prozent würden
derzeit Werner Faymann gerne direkt zum Bundeskanzler wählen, nur 35
Prozent wollen hingegen Josef Pröll als Kanzler sehen.
SPÖ-Wähler zufrieden
Die SPÖ steht quasi geschlossen
hinter ihrem Kanzlerkandidaten: 91 Prozent der SPÖ-Wähler wollen Faymann als
Kanzler, während Pröll nur die Zustimmung von 83 % der ÖVP-Wähler hat.
Damit kann Faymann die SPÖ-Wähler voll hinter sich versammeln, ein Atout,
das Noch-Kanzler Alfred Gusenbauer während seiner fast zweijährigen
Kanzlerschaft nicht für sich verbuchen konnte.
Plus: Ältere (52 %), Arbeiter (53 %) und Besserverdienende (58 %) sprechen
sich mehrheitlich für Faymann als neuen Bundeskanzler aus. Ein Wunsch, der
sich schon am kommenden Wochenende erfüllen kann, denn bis Montag kann die
neue Regierung mit Faymann als Kanzler stehen.