Horror-Leben in Asyl-Lager

Asyl

Horror-Leben in Asyl-Lager

2.800 Flüchtlinge in Traiskirchen, 600 sind ohne Bett. 1.200 Minderjährige leben hier ohne die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Unter welchen Umständen Asylwerber im Massenlager leben müssen, das zeigen in dieser Situation erstmals Medienberichte. Nachdem das Innenministerium Journalisten bisher ausgesperrt hat, durfte am Montag der ORF-Reporter Bernt Koschuh erstmals ins Erstaufnahme-Zentrum. Sein Bericht ist erschütternd: „600 Flüchtlinge haben Dokumente, auf denen unter dem Punkt Unterkunft schwarz auf weiß steht: kein Bett. Sie sind quasi obdachlos.“ Jeder bekomme zwei Decken, aber keine Matratzen. „Viele übernachten im Freien, bei Regen werden Garagen und Wartesäle geöffnet.“

Versorgung in Großküche stößt an ihre Grenzen
Im Gebäude sieht es nicht viel besser aus. Ein Fitnessraum wurde zu einem Schlafsaal für 96 Personen umgewandelt. Auch die Versorgung in der Großküche „stößt an ihre Grenzen“, so Koschuh.

Zur Stimmung unter den Flüchtlingen sagt der Reporter: „Die ist sehr gemischt. Viele sind lustig und posieren. Kinder spielen fröhlich zwischen den Zelten. Ich habe auch einige Volleyball spielen gesehen.“ Ganz anders sei die Gemütslage bei Familien, die auseinandergerissen wurden, oft auch im Lager.

Das Innenministerium setzt diese Maßnahme, um zumindest Frauen und Kindern eine feste Unterkunft gewähren zu können. Verzweiflung herrscht auch bei jenen, die wenig Chance auf Asyl haben.

Reporter Bernt Koschuh weist darauf hin, dass die Innenministerin Asylwerber eigentlichen vor Obdachlosigkeit schützen wollte. „Jetzt gibt es zwischen 500 und 600 Quasi-Obdachlose wegen der vielen mit Schleppern gekommenen Asylwerber und wegen fehlender Quartiere.“ D. Knob

Asyl-Atlas: So unfair
 sind Flüchtlinge verteilt

Diese Karte zeigt, wie sehr ­jeder Bezirk mit Stand vom 17. Juni seine Asylquote im Verhältnis zur Einwohnerzahl erfüllt. Noch ist aber diese Quote nicht Gesetz, heute will Kanzler Faymann diese mit den Landeshauptleuten einführen. Die ersten Reaktionen sind positiv, Niederösterreichs Erwin Pröll hat sich noch nicht geäußert. Die Hoffnung ist, dass Bezirkshauptmannschaften effektiver sind als die Länder.

150624_Asylplaetze.jpg © APA/ROBERT JAEGER

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