Kärnten-Wahl: Hartes Match um Bürgermeistersessel

Gemeinderatswahlen

Kärnten-Wahl: Hartes Match um Bürgermeistersessel

Die SPÖ versucht, insgesamt 70 Bürgermeistersessel und absolute Mehrheiten in 47 Gemeinden zu verteidigen. Die ÖVP stellt derzeit 26 Kommunalchefs, aber nur in fünf Gemeinden die Absolute. Orange (2003 noch Blau) hat 21 Bürgermeister und drei absolute Mehrheiten. Die FPÖ schaffte heuer in 30 Gemeinden die Kandidatur, die Grünen treten in 23 Kommunen an, die Einheitsliste kandidiert nur im zweisprachigen Gebiet.

Für die Roten geht es bei den Kommunalwahlen um sehr viel. Landesweit gerechnet, erreichten sie 2003 46,4 Prozent der Stimmen und ließen die Schwarzen (23,5 Prozent) sowie die FPÖ (19,1) weit hinter sich. Die übrigen Parteien und Namenslisten schafften insgesamt elf Prozent. In Mandate umgerechnet heißt dieses Resultat: 1.145 der insgesamt 2.552 Gemeinderäte stellt die SPÖ, die ÖVP kommt auf 628, die damalige FPÖ auf 507. Die meisten der blauen Mandate sind inzwischen orange, aber nicht alle. So wechselten in Villach einige Gemeinderäte kürzlich die Farbe, auch in St. Jakob/Rosental wurden Orange wieder blau.

SP in Bezirksstädten stark
Mit Ausnahme von Klagenfurt regieren in allen Bezirksstädten rote Bürgermeister, die großteils auch diesmal als haushohe Favoriten ins Rennen gehen. Niemand, auch die Konkurrenz, zweifelt daran, dass etwa Gerhard Mock in St. Veit/Glan Kommunalchef bleibt, Helmut Manzenreiter weiter Villach fest in der Hand hat oder Gerhard Seifried in Wolfsberg am Ruder bleibt. Auch in Spittal dürfte Gerhard Köfer gegenüber Ex-Vizekanzler Herbert Haupt (B) die besseren Karten haben. Entsprechend selbstbewusst gestalten die "Bezirkskaiser", wie sie oft genannt werden, auch ihre Wahlkämpfe. Unterstützung von der Landespartei brauchen sie zumeist nicht. "Eher ist das schon umgekehrt der Fall", meinte einer von ihnen. Zwei Bürgermeister stehen schon jetzt als Sieger fest, und zwar in Feistritz/Rosental und in Trebesing, wo die beiden SPÖ-Amtsinhaber Sonya Feinig und Johann Oberlerchner keine Gegenkandidaten haben.

Konkurrenz für BZÖ
Die ÖVP hat offiziell 26 Bürgermeister, in Wahrheit sind es aber einige mehr. Denn viele kandidieren mit Namenslisten, etwa in Grafenstein, Althofen oder in Frantschach-St. Gertraud. Ziel der Schwarzen ist es, ihre Hochburgen zu halten, auch wenn offiziell die Devise "dazugewinnen" ausgegeben wurde. Ähnlich ist die Situation bei den Orangen, wo die Nervosität vor dem ersten Urnengang nach Jörg Haiders Unfalltod groß ist. Das BZÖ bekommt zudem in 30 Gemeinden Konkurrenz durch die FPÖ, die unter anderem in allen Bezirksstädten mit Ausnahme von St. Veit/Glan eine Kandidatur geschafft hat.

Hochspannung in Klagenfurt
Das mit Abstand spannendste Match verspricht der Urnengang in Klagenfurt zu werden. ÖVP-Stadtchef Harald Scheucher will es noch einmal wissen, er regiert die Landeshauptstadt seit zwölf Jahren. Bei der Wahl 2003 musste Scheucher in die Stichwahl, die er gegen seinen sozialdemokratischen Herausforderer Ewald Wiedenbauer mit gerade einmal 700 Stimmen Vorsprung für sich entschied. Die SPÖ schickt diesmal Maria-Luise Mathiaschitz ins Rennen, die Wiedenbauer nach einem angeblichen Wahlbetrug beim Stadtparteitag im Frühjahr 2007 als Parteichefin und Vizebürgermeisterin ablöste. Ihr Problem: Auch Wiedenbauer steigt noch einmal in den Ring, er möchte ein zweistelliges Ergebnis erzielen und in den Stadtsenat einziehen. Beobachter geben dem 60-Jährigen durchaus Chancen, dieses Ziel zu erreichen, und diese Stimmen würden der SPÖ-Kandidatin abgehen.

Das BZÖ hofft darauf, dass ihr Frontmann Christian Scheider zumindest in die Stichwahl gegen Scheucher kommt. Doch auch der populäre und umtriebige Sozialstadtrat hat Konkurrenz quasi aus dem eigenen Lager. Denn die FPÖ tritt ebenfalls an, sie konnte Ironman-Organisator Stefan Petschnig als Spitzenmann für sich gewinnen. Und so könnte Scheucher durchaus als lachender Dritter die Ernte einfahren. Ob es für ihn auch im Gemeinderat für eine Mehrheit reichen wird - derzeit liegt die SPÖ mit 36,7 Prozent und 17 Mandaten deutlich von der ÖVP (31,2 Prozent, 15 Gemeinderäte) - hängt wohl vom Abschneiden Wiedenbauers ab. Die Grünen wiederum wollen ihren erkämpften Stadtratssitz halten. Einen solchen erhofft sich auch die FPÖ, dies zu realisieren, wird für die Blauen allerdings sehr schwierig werden.

So heiß umkämpft wie die Landeshauptstadt ist jedenfalls keine andere Kommune in Kärnten, und wer die nächsten sechs Jahre die Geschicke bestimmt, wird voraussichtlich wohl erst am 15. März nach der Stichwahl feststehen. Bei den Bürgermeisterwahlen 2003 war übrigens in 23 Gemeinden ein zweiter Wahlgang notwendig, 109 schafften im ersten Anlauf die Absolute.

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