Madonna-Story als wichtiges Beweisstück

Fall Natascha

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Madonna-Story als wichtiges Beweisstück

Zehn Seiten umfasst der erste Zwischenbericht der Evaluierungskommission im Innenministerium unter der Leitung des ehemaligen Verfassungsgerichtshofpräsidenten Ludwig Adamovich. Montagnachmittag hat Adamovich das heikle Papier, das vor allem die Causa Natascha behandelt, VP-Innenminister Günther Platter „kommentarlos“ übergeben.

„Minister Platter wird den Bericht wahrscheinlich den parlamentarischen Klubs zuleiten. Heute Dienstag wird man im Innenausschuss darüber reden“, erklärt Adamovich im Gespräch mit ÖSTERREICH.

„Madonna“-Story dabei
Als Knalleffekt gilt, dass das Interview in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Madonna mit Gabriele S. (Name geändert) ebenfalls in den Bericht aufgenommen wurde. „Wir bemühen uns, bald direkt mit dem Mann der Frau zu reden“, bestätigt Adamovich. Bisher sei dazu noch keine Zeit gewesen. Für den Bericht sei insgesamt erst „ein einziges Gespräch geführt“ worden. „Weitere Gespräche sind aber für kommende Woche programmiert.“

Konkret erklärte Gabriele S., Ex-Frau eines früheren Gendarmeriebeamten im Bezirk Gänserndorf, im Madonna-Interview: „Mein Ex-Mann wurde im März 1998 zu den Ermittlungen hinzugezogen. Ich weiß noch, als wäre es gestern gewesen, wie er mir erzählte, dass sie einen Hauptverdächtigen hätten.“ Es sei dabei um Wolfgang Priklopil gegangen, der auch „Brigitte Sirny sehr gut gekannt“ haben soll. Doch im Frühsommer 1998 kam ihr Mann nach Hause und erzählte, dass „er und seine Kollegen von heute auf morgen die Order ‚von oben' bekommen haben, die Ermittlungen gegen den Verdächtigen einzustellen. Ab nun werde nur noch nach der Leiche gesucht.“

Um diesen Zeugen wird sich nun Adamovich und seine Kommission intensiv bemühen, doch er schränkt gegenüber ÖSTERREICH ein: „Einvernahmen im technischen Sinn mit Wahrheitspflicht gibt es nicht. Man kann nur Personen einladen, zu kommen – wenn sie nicht kommen, gibt es keine weiteren Sanktionen.“

Sicheres Urteil
Nach dem heutigen Innenausschuss geht die Arbeit erst richtig los. „Man hat es da mit einem riesigen Material zu tun, wo man nicht anders kann, als stufenweise vorzugehen. Man hat sich jetzt natürlich auf die Punkte konzentriert, wo man aufgrund gewisser Unterlagen schon ein relativ sicheres Urteil fällen konnte. Es ist ganz klar, dass man in so kurzer Zeit nicht über alles und jedes etwas aussagen kann“, so Adamovich über seinen ersten Bericht. Dennoch habe das Papier „Substanz“.

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