Pröll überholt Faymann

ÖSTERREICH-Umfrage

© TZ ÖSTERREICH/APA/epa

Pröll überholt Faymann

Genau vor einem Jahr war die Welt für Werner Faymann noch heil. Bei der Nationalratswahl hatte er den ersten Platz für seine Partei geholt und nahm sich ein paar Tage Auszeit in Venedig. Heute kann von Erholungstagen im Süden keine Rede sein. Im Gegenteil: Seit den verlorenen Landtagswahlen in Vorarlberg und Oberösterreich läuft es auch für den SPÖ-Bundeskanzler – freundlich ausgedrückt – mies.

Historisches Tief
In der ersten großen Umfrage nach dem roten Debakel in Oberösterreich enthält die ÖSTERREICH-Gallup-Umfrage unter 400 Befragten viele bad news für Faymann:

  • Die SPÖ stürzt auf katastrophale 27 Prozent hinter die ÖVP. Die Pröll-Partei zieht auf 35 Prozent davon.
  • Das heißt: Aus dem Kopf-an-Kopf-Duell ist ein Sololauf geworden. In der letzten Gallup-Umfrage vor zwei Wochen lagen SPÖ und ÖVP mit jeweils 32 Prozent gleich auf. Nun trennen sie 8 Prozent.
  • Aber nicht nur die SPÖ verliert dramatisch. Auch Faymann baut im Sog der OÖ-Wahl rapide ab: In der Kanzlerdirektwahl würden ihn nur 35 Prozent direkt wählen. Für VP-Vizekanzler Josef Pröll würden hingegen 38 % votieren.
  • Noch düsterer schaut es im monatlich von Gallup für ÖSTERREICH erhobenen Politbarometer aus: Im Dezember 2008 – unmittelbar nach seiner Kür zum Kanzler – kam Faymann noch auf 43 Prozent Zustimmung. Jetzt sind es nur noch 22 Prozent.

Faymann ist schuld
Für die Bundes-SPÖ bitter. Die Österreicher geben nicht den teils maroden SP-Länderorganisationen die Schuld am Absturz.

  • Ganze 57 Prozent sind der Meinung, dass „Werner Faymann für die Krise seiner Partei mitverantwortlich“ sei.
  • Nur 32 Prozent glauben hingegen, dass Faymann seine „Partei besser im Griff“ habe als sein Koalitionspartner Josef Pröll – von Pröll glauben das zumindest 50 Prozent.
  • Aber immerhin 50 Prozent ist Faymann „in letzter Zeit positiv aufgefallen“. 56 Prozent erklären das von Josef Pröll.

Dass einzelne SPÖ-Funktionäre wieder einmal eine Obmanndiskussion anzetteln wollten, können die Österreicher hingegen nicht nachvollziehen.

Kanzler soll bleiben
Eindeutige 67 Prozent sprechen sich gegen einen Rücktritt von Werner Faymann als SPÖ-Chef aus. Trotzdem hat der Kanzler wohl noch einige Arbeit vor sich. Faymann muss nun in der Regierung zwar „auf Kurs bleiben“, wie er es sagt, aber dennoch „klar machen, wofür wir als SPÖ stehen“.

Und natürlich muss er vor den so wichtigen Wahlen in Wien, Burgenland und Steiermark 2010 auch versuchen, die rote Abwanderung hin zur FPÖ zu stoppen. Wären kommenden Sonntag Nationalratswahlen, käme die FPÖ bereits auf 20 Prozent der Stimmen. Die SPÖ will nun mittels Integrationspolitik kontern.

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