Start für heißen Schul-Herbst

Heute geht die Schule los

Start für heißen Schul-Herbst

Für die Taferlklassler in Wien, NÖ und im Burgenland ist heute der große Tag. Insgesamt 83.000 Volksschüler starten in ganz Österreich ihre Schulkarriere. Wie ihre Schullaufbahn genau weitergehen wird, ist noch ungewiss. Denn dem heimischen Schulsystem und Unterrichtsministerin Claudia Schmied steht ein heißer Herbst ins Haus. Zahlreiche Reformen sollen durchgezogen werden.

  • Priorität hat dabei der Ausbau der Neuen Mittelschule. Heute feiert Schmied in Mattersburg die erste „vollwertige“ Neue Mittelschule mit vier Jahrgängen. In diesem Schuljahr kommen 114 Neue Mittelschulen dazu, österreichweit gibt es 434 Standorte. Bis 2018/19 soll die Hauptschule komplett durch die Neue Mittelschule ersetzt sein.
  • Heiß umstritten war das Modell der modularen Oberstufe im Frühjahr. Schmieds revolutionäre Idee: Dem Aufsteigen mit drei Fünfern stimmte die ÖVP zuerst zu. Dann machte VP-Parteichef Michael Spindelegger einen Rückzieher. Nach einem Koalitionskrach einigte man sich aufs Aufsteigen mit zwei Fünfern (nur in Ausnahmefällen auch mit drei Fünfern). Die Begutachtungsphase für den Gesetzesentwurf endet Mitte September. Noch vor Weihnachten, so hofft Schmied, soll das neue Gesetz durch den Ministerrat gehen.

Wird der Zeitplan eingehalten, dann könnte die modulare Oberstufe schon im nächsten Schuljahr Realität werden.

  • Mit Spannung erwartet wird das Schulvolksbegehren von Hannes Androsch. Vom 3. bis 11. November läuft die Eintragungsphase. Schulexperte und Bestseller-Autor Andreas Salcher schätzt, dass 400.000 bis 600.000 Österreicher die Initiative von Androsch unterschreiben werden.
  • Ein Dauerbrenner sind die Verhandlungen für das neue Lehrerdienstrecht. Um ins Schulsystem Bewegung zu bringen (z. B.: Ganztagsschule), wären neue Arbeitszeiten und eine neue Besoldung unbedingt notwendig. In den nächsten drei Jahren geht die Hälfte der Lehrer in Pension. Die Junglehrer sollten nach dem neuen Dienstrecht bezahlt werden. Allerdings hat Schmied schon angekündigt: 2011 wird keine Einigung mehr kommen.

68.000 Schüler nicht betreut

Die Schule beginnt und die Eltern stehen vor einem Dilemma. Denn es fehlen ganztägige Schulplätze in Österreich. Nur 15.000 der 83.000 Erstklassler in Österreich haben einen Platz in einem Hort – 68.000 Schüler sind demnach nicht betreut. Nachmittagsbetreuung für Schulkinder ist im Vergleich zum Kindergarten eine echte Mangelware. Im Kindergarten beträgt die Betreuungsquote 90,7 %, bei Volksschulkindern nur 16,3 %.

Harald Walser, Schulsprecher der Grünen, fordert, dass Unterrichtsministerin Claudia Schmied schnell handelt: „Die rasche Ausweitung echter ganztägiger Schulen mit verschränktem Unterricht ist unbedingt notwendig. Der Unterrichtsministerin läuft die Zeit davon.“

(ida)
 

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