Soll die EU weiterhin der Ukraine helfen? Ein Kommentar von Gerald Grosz.
Vier Jahre Krieg, vier Jahre Sterben – und Europa feiert sich noch immer als moralische Großmacht. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine wurde von Beginn an als Kampf für Freiheit verkauft, doch längst zeigt sich: Europa agiert nicht als Friedensstifter, sondern als politischer Mitverwalter eines endlosen Krieges. Eine unbequeme Wahrheit wollte niemand hören: Russland ist eine Atommacht. Ein militärischer Sieg ohne globale Eskalation war stets Illusion. Statt Diplomatie gab es Sanktionen, statt Verhandlungen Waffenlieferungen in Milliardenhöhe. Während politische Eliten Durchhalteparolen formulierten, zahlten Menschen den Preis – an der Front und zunehmend auch in Europa selbst. Explodierende Energiepreise, wirtschaftliche Unsicherheit und gesellschaftliche Spaltung sind die Folgen einer Politik, die reagiert statt gestaltet. Gewinner gibt es dennoch: Rüstungsindustrie und geopolitische Strategen. Verlierer sind Bürger, Familien, eine ganze Generation.
Europa, einst Friedensprojekt, spricht heute die Sprache militärischer Logik. Doch Frieden entsteht nicht durch Eskalation, sondern durch Gespräche. Die entscheidende Frage ist längst nicht mehr, wer gewinnt – sondern wie viele noch verlieren müssen, bis Europa den Mut zum Frieden wiederfindet.