Strache auf Herbergssuche

Umzug

© TZ Österreich/Daneshmandi/Pauty

Strache auf Herbergssuche

Seine City-Wohnung ist HC Strache zu klein geworden – deshalb überlegt er eine neue Nobel-Bleibe oder doch den Bau einer Stadtrand-Villa.

Gesinnungswandel
Die ÖSTERREICH-Story vom Millionärs-Penthouse, das FP-Chef Heinz-Christian Strache "idealerweise nach der Wiener Wahl" beziehen wollte, schlug in der FPÖ wie eine Bombe ein: FP-General Herbert Kickl musste gestern Vormittag – halb – dementieren, was am Nachmittag dann FP-Chef Heinz-Christian Strache im Talk offen bestätigte.

Strache hat auf Wiens nobelster Meile, dem Kohlmarkt, eine Penthouse-Wohnung mit 140 Quadratmetern besichtigt – und war laut Makler-Mail schwer angetan von dem 4.000 Euro teuren Objekt in allerbester und teuerster Innenstadt-Lage.

Den Vertrag wollte der blaue Arbeiterführer aus leicht einsichtigen Gründen erst nach der Wiener Wahl am 10. Oktober unterzeichnen. Seit der ÖSTERREICH-Story über das Luxus-Penthouse des FP-Chefs ist freilich davon keine Rede mehr: Im Interview sagt Strache, dass ihm die Nobelbleibe "ohnehin viel zu teuer war". Er überlege jetzt, vorzugsweise in der Donaustadt ein Grundstück zu kaufen und selbst ein Haus zu bauen.

Offene Gagen-Fragen
Wie der Mann mit dem flotten Lebenswandel und den fast täglichen Disco-Gelagen das alles mit seinen 5.700 Euro netto, die er laut eigener Angabe verdient, und von denen er nochmals 1.200 Euro Alimente bezahlt, finanziert, sorgt für immer mehr Fragen in der Wiener Polit-Szene:

Strache erklärt, dass er für seine derzeitige Dachwohnung über seinem City-Stammlokal "sehr gut verhandelt" habe, um mit 1.300 Euro Miete davonzukommen. Er suche aber etwas Neues, weil sie keine Kinderzimmer habe.

Strache: "Ich war im Penthouse"
ÖSTERREICH: Nützen Ihnen rot-blaue Spekulationen in Graz im Wien-Wahlkampf?
Heinz-Christian STRACHE: Es ist anzuerkennen, dass sich Voves von Faymann und Häupl unterscheidet, die keinesfalls die undemokratische Ausgrenzung der FPÖ beenden wollen.

ÖSTERREICH: Mit Verlaub, grenzen Sie sich nicht selbst mit Muezzin-Abschuss-Spielen und Gewalt-Comics aus?
STRACHE: Es gibt von uns weder Abschuss-Spiele noch Gewalt-Comics. Faymanns Dogma der Ausgrenzung tut der SPÖ nicht gut. Offenbar ist er unter dem Motto angetreten, dass die SPÖ unter ihm keine einzige Wahl gewinnen darf. Da ist er sehr konsequent. Bald wird sich die Frage stellen, ob er abgelöst wird.

ÖSTERREICH: Nächste Woche wollen Sie die Budgetpläne der Regierung zerpflücken. Wo ist ihr Konzept dazu?
STRACHE: Ich erkenne bei der Regierung keine Linie außer der, eiskalt die Verfassung zu brechen, indem aus wahltaktischen Gründen nicht die Wahrheit über die gewaltigen Belastungspläne sagt. Das ist skandalös.

ÖSTERREICH: Treffen Sie sich mit der SP bei Reichensteuern?
STRACHE: Bankmanager und Spekulanten werdenMilliarden in den Rachen geworfen und der unsägliche Staatssekretär Schieder faselt von einer Reichensteuer, die alle ab 2.500 Euro netto trifft. Ich will eine Millionärs- und Spekulantensteuer.

ÖSTERREICH: Nach der Wien-Wahl ist zwei Jahre lang keine Wahl. Was macht da ein Oppositionschef? Penthäuser aussuchen?
STRACHE: Wer sagt, dass nicht gewählt wird? Da wird viel aufbrechen. Wien ist eine wundervolle Stadt, die sich eine neue Regierung verdient, die mit der SP-Arroganz aufräumt.

ÖSTERREICH: Wollen Sie Bürgermeister oder doch Kanzlerkandidat werden?
STRACHE: Sie wollen wieder ins Proporz-Kuschelbett. Aber ich gehe davon aus, dass Faymanns Koalition der Untätigkeit den Dammbruch nicht stoppen kann. Der Aufstand des SP-Mittelbaus kommt.

ÖSTERREICH: Werden Sie ins 140 Quadratmeter große Millionärs-Penthouse am Kohlmarkt einziehen, das Sie besichtigt haben?
STRACHE: Ich habe derzeit eine größere und günstigere Wohnung als die am Kohlmarkt, suche aber seit geraumer Zeit nach einer besser angelegten Wohnung mit zwei Kinderzimmern. Deshalb nehme ich die Wohnung am Kohlmarkt nicht.

ÖSTERREICH: Laut Makler-Mail hat sie ihnen aber sehr gut gefallen. Fühlen Sie sich von ÖSTERREICH ertappt?
STRACHE: Die Wohnung war mir absolut zu teuer.

ÖSTERREICH: Bei 13.782 € Brutto-Gage sind doch 4.000 € Monatsmiete drin?
STRACHE: Wir haben in der FPÖ höhere Abgaben an die Partei als in allen anderen Fraktionen, dazu spende ich regelmäßig ordentliche Beträge für soziale Zwecke. Netto bleiben mir 5.700 Euro übrig, von denen ich noch 1.200 Euro für meine Kinder bezahle, für die ich natürlich auch sonst noch von Urlauben bis anderen Aufwendungen einiges ausgebe.

ÖSTERREICH: Können Sie sich ihre aktuelle Wohnung um 1.300 € Miete, die größer und ebenfalls in bester Innenstadt-Lage ist, leisten?
STRACHE: Das ist eine schöne Wohnung, bei der ich mir einen sehr günstigen Mietvertrag ausgehandelt habe. Sie hat aber keine Kinderzimmer.

ÖSTERREICH: Wie verhandelt man so was? Gibt es eine Strache-freundliche Genossenschaft?
STRACHE: Nein, das ist ein privater Hauseigentümer, mit dem ich sehr gut verhandelt habe. Aber fragen Sie doch einmal bei den Herren Häupl, Faymann und Fischer nach…

ÖSTERREICH: Faymann hat ganz normal ein Einfamilienhaus in Liesing…
STRACHE: Ich habe mir jedenfalls viele Wohnungen angeschaut, um mich über den Markt zu informieren. Vom Preis-Leistungsverhältnis war da noch nicht das Optimale dabei. Jetzt überlege ich, mir etwa in der Donaustadt ein Grundstück zu kaufen und selbst ein Haus zu bauen – da hat man dann gleich alles so wie man es sich vorstellt.

ÖSTERREICH: Ist es legal, dass Sie seit Jahren in der Innenstadt wohnen und weiter in der Wohnung ihrer Mutter in Erdberg gemeldet sind, weil das ihre politische Heimat ist?
STRACHE: Ich bin in Erdberg hauptgemeldet, weil mir das sehr wichtig ist und bin auch immer wieder dort aufhältig. Ich lebe mit zwei aufrechten Mietverträgen, wie so viele andere.

Autor: Interview: Josef Galley
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