26. April 2010 22:42
Bereits am Wahlabend wirkte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache auffallend
angeschlagen: Sein Gesicht war eingefallen, die Mimik starr und die Augen
fiebrig. Was ist los mit dem FPÖ-Chef, fragt sich nun aber vor allem die
eigene Partei.
Zwar hatte sich Strache – wie berichtet – nie über die Kandidatur von
Barbara Rosenkranz gefreut. Dass sie aber so klar unter 20 Prozent liegt,
schadet Strache nun innerparteilich stärker, als er vermutet hatte.
Seine Pläne, die FPÖ nun umzubauen und die blaue Macht endgültig an sich zu
reißen, geraten gehörig ins Wanken. Denn jetzt gibt es erstmals offene
Kritik am FPÖ-Chef durch die eigenen Leute. FPÖ-EU-Mandatar Andreas Mölzer
etwa fand die FP-Wahlkampflinie verfehlt.
FPÖ: "Das hätte Strache nicht passieren dürfen“
Noch
schärfer und eindeutiger ist der Chef des Rings Freiheitlicher
Wirtschaftstreibender, Fritz Amann: „Dass man in der Strategie so
danebenliegt wie Strache, dürfte einem Mann in seiner Position nicht
passieren. Die rechtslastige Rosenkranz aufzustellen, war ein Fehler.“
Starker Tobak für Strache. Vor allem, da Amann mit dieser Meinung bei weitem
nicht alleine steht: Die Salzburger FPÖ zeigt sich ebenso kritisch wie auch
das Kärntner FPK. Dort zeigt man sich hinter den Kulissen freilich erfreut,
dass „wieder einmal klar wurde, dass wir die Stärksten in der FPÖ sind“.
Tatsächlich kam Rosenkranz nur in Kärnten auf über 20 Prozent.
Strache befindet sich damit im Visier von gleich zwei zerstrittenen Lagern
innerhalb der FPÖ: Jenen, die wie Amann auf Jörg-Haider-Populismus setzen
wollen. Und der Hardliner-Gruppe um FP-Nationalratspräsident Martin Graf,
die für eine „rechtslastige“ Politik steht. Strache will sich mit der
zweiten Gruppe anlegen. Der Kampf gegen seine einstigen eigenen Förderer
dürfte ihn "viel an Substanz kosten“, wie ein Vertrauter berichtet. Zudem
geht Strache drei Mal die Woche trainieren, um wieder abzunehmen, und zieht
weiter durch die Disco-Szene. Und dabei wird die FPÖ-interne Schlacht jetzt
erst so richtig brutal...