Streit um Hunger- Flüchtlinge

"Zwangsernährung"

Streit um Hunger- Flüchtlinge

Tag 17 im Hungerstreik der Flüchtlinge in der Wiener Votivkirche. Die Situation der Asylanten spitzt sich zu. Die rund 60 Hungerstreikenden stehen kaum mehr auf. Sie kauern in ihren Schlafsäcken. Der Hunger und die Kälte (in der Kirche hat es maximal null Grad) werden immer unerträglicher.

Strache hetzt.
Auch politisch geht es rund. Gestern heizte FPÖ-Chef HC Strache die Diskussion an. Er fordert die Abschiebung. „Die hungerstreikenden Asylwerber aus der Votivkirche sind umgehend in Schubhaft zu nehmen und gegebenenfalls mittels Zwangsernährung transportfähig zu machen“, meinte er in einer Aussendung. Der „Affentanz“ der Innenministerin Johanna Mikl-Leitner sei völlig unfassbar. Und Strache drohte der Innenministerin mit rechtlichen Konsequenzen.

Karas in Votivkirche.
Ganz anders sieht Othmar Karas (ÖVP) die Situation. Der Vizepräsident des EU-Parlaments besuchte gestern die Asylanten in der Votivkirche. 50 Minuten lang unterhielt er sich mit den Hungerstreikenden. „Wenn man in einem so reichen Land wie unserem lebt, dürfen uns die Nöte der Menschen nicht kalt lassen.“ Auch Grünen-Chefin Eva-Glawischnig kritisiert Strache: „Er betreibt eine Hetze auf dem Rücken von Flüchtlingsschicksalen.“

Diashow Flüchtlingscamper in Votivkirche

Flüchtlingslager in der Votivkirche

Flüchtlingslager in der Votivkirche

Flüchtlingslager in der Votivkirche

Flüchtlingslager in der Votivkirche

Flüchtlingslager in der Votivkirche

Flüchtlingscamper in der Votivkirche

Flüchtlingscamper in der Votivkirche

Flüchtlingscamper in der Votivkirche

Flüchtlingscamper in der Votivkirche

Flüchtlingscamper in der Votivkirche

Flüchtlingscamper in der Votivkirche

Flüchtlingscamper in der Votivkirche

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ÖSTERREICH: FPÖ-Chef HC Strache fordert, dass alle Flüchtling in der Votivkirche in Schubhaft genommen und abgeschoben werden …
Shahjahan Khan: Wir fürchten uns nicht. Selbst wenn man uns in Schubhaft nimmt, werden wir den Hungerstreik weiterführen. Das wird unsere Bewegung nicht brechen. Aber uns ist wichtig zu sagen: Wir sind keine Kriminellen, wir kämpfen nur für unsere Rechte.

ÖSTERREICH: Bis zum bitteren Ende?
Khan: Bis zum bitteren Ende. Im Moment trinken wir noch Wasser und Tee. Aber wird sind bereit, auch auf das Wasser zu verzichten.

ÖSTERREICH: Wenn Sie bereit sind, Ihr Leben zu riskieren. Dann rechnen Sie nicht mit einer Lösung?
Khan: Wir haben das Gefühl, dass uns niemand ernst nimmt. Über uns wird gelacht und man behandelt uns wie Tiere.

ÖSTERREICH: Wie ist die momentane Stimmung?
Khan: Wir kämpfen gegen den Hunger und gegen die Kälte. Wir sind hilflos, aber nicht hoffnungslos.

 

ÖSTERREICH: Herr Karas, warum haben Sie die Flüchtlinge in der Votivkirche besucht?
Othmar Karas: Die Initiative ist von mir ausgegangen, weil die Flüchtlingsfrage eine europäische Dimension hat. Wir leben in einem sehr reichen Land, da dürfen uns die Nöte der Menschen nicht kalt lassen.

ÖSTERREICH: Wie war das Gespräch mit den Asylanten?
Karas: Ich bin froh, dass ich dort war. Die Gespräche haben mich sehr berührt. Aber ich habe den Flüchtlingen klargemacht, dass sie das Angebot der Innenministerin annehmen und den Hungerstreik abbrechen sollen.

ÖSTERREICH: Werden Sie sich für die Anliegen der Asylwerber auch einsetzen?
Karas: Noch heuer wird die EU beschließen, dass Asylanten ab 2014 ab dem 9. Aufenthaltsmonat Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen.

Autor: I. Metzger
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