17. März 2010 09:10
© Johannes Kernmayer/TZ ÖSTERREICH
Der steirische Landeshauptmann Franz Voves (S) will im Zuge des von der
Bundesregierung geplanten Sparpakets mit gutem Beispiel vorangehen und den
Landtag in seinem Bundesland verkleinern. Statt wie bisher 56 Abgeordnete
solle es spätestens bis 2015 nur mehr 36 geben, sagte er am Dienstag im ORF-"Report".
Voves bezeichnete es als "unbedingt notwendig, dass auch die Länder
reformwillig sind".
Eine Nulllohnrunde im öffentlichen Dienst, wie sie die Regierung angeblich
plant, kann sich Voves "bei bestimmten Beamten in höheren
Einkommensbereichen" durchaus vorstellen. Ein Einfrieren der Pensionen
in den nächsten beiden Jahren will er hingegen nicht. Diese sollten
zumindest der Inflationsrate angepasst werden.
Nein aus Niederösterreich
Der steirische Landeshauptmann
Franz Voves (S) habe sich mit dem Vorschlag, den steirischen Landtag zu
verkleinern, zu einem "Erfüllungsgehilfen der Wiener Zentralisten" gemacht,
reagierte der Klubobmann der ÖVP im NÖ Landtag, Klaus Schneeberger, und
sprach sich klar gegen einen derartigen Schritt aus. "Unsere Abgeordneten
sind wichtige Sprachrohre der Regionen", begründete er seine Haltung.
Eine Verkleinerung der Landtage würde bedeuten, dass weniger Mandatare
"draußen bei den Menschen unterwegs sein" könnten, so Schneeberger. Der
Voves-Vorschlag sei außerdem aus demokratiepolitischer Sicht fragwürdig und
stelle eine Gefahr für kleinere Fraktionen dar. Weniger Abgeordnete würde
auch bedeuten, dass kleinere Fraktionen schwerer den Einzug in die
Landesparlamente schaffen würden. Schneeberger äußerte nicht zuletzt den
Wunsch, dass "Einsparungsüberlegungen auf dem Rücken der Regionen beendet
werden". Es sollte "wieder mehr Energie dorthin gelenkt wird, wo echte
Einsparungen machbar sind, beispielsweise bei der Organisation des
Gesundheits- oder des Bildungswesens".