Sonderthema:
Das sagt Österreich

Wolfgang Fellner:

Das sagt Österreich

Debakel. In London brennen die Straßen, weil die Politik dem Frust der Jugend nicht mehr Herr wird. Von London bis Athen sehen die jungen Menschen keine Zukunft mehr, lassen ihrem Zorn auf Politik und Staat durch Gewalt und Zerstörung freien Lauf. Die Jugend Europas verzweifelt offenbar – und sieht sich als Verlierer.
Gleichzeitig brechen überall auf der Welt die Börsen ein. Die großen Wirtschafts-Mächte haben so sehr über ihre Verhältnisse gelebt, so sinnlos Schulden angehäuft, dass sie praktisch pleite sind. Amerika droht die Rezession, Europa der Euro-Crash.
In den USA ist die Politik so blockiert, dass nichts mehr möglich ist. Der US-Wirtschafts-Chevy fährt gegen die Wand, weil sich Obama mit seiner durchgeknallten Tea-Party-Opposition nicht mehr einigen kann.
In Europa versuchen hilflose Schwachmatiker à la Merkel, Sarkozy & Cameron eine Weltwirtschafts-Krise zu stoppen, gegen die sie kein Rezept haben. Die EU-Spitze wirft Griechen, Italienern und Spaniern Hunderte Milliarden (!) Euro nach, obwohl kein Geld mehr da ist. Um den Euro zu retten, wird unsere Zukunft verkauft.
Wunder. Wir Österreicher dachten, wir leben auf der Insel der Seligen. Über 3 % Wachstum. Kaum mehr Arbeitslosigkeit. Ein Wunder!
Doch in der Welt von heute gibt es keine Inseln mehr – und Selige schon gar nicht. Wenn Amerika hustet, bekommt unsere Börse Lungenentzündung und stürzt 20 Prozent ab. Und wenn der Euro kracht, heißt das Schluss mit lustig. Dann steigt unsere Währung – egal ob Schilling oder Euro – so wie jetzt der Schweizer Franken. Dann brechen Exporte, Arbeitsplätze, Wachstum zusammen.
Angst. Vermutlich hat Wiens Börse jetzt so überreagiert, weil allen klar wird: „Inseln der Seligen“ gibt es keine – und Wunder schon gar nicht. Wir sind vom Euro abhängig – und damit von der Politik der anderen. Wir sind von der Weltkonjunktur abhängig – und damit davon, ob Obama sein Schulden-Dilemma löst. Unser Schicksal liegt in der Hand von Merkel, Sarkozy und Berlusconi. Und das ist eine schlimme Zukunftsaussicht – trotz unserer guten Konjunktur-Daten.
Es ist ein Sommer zum Verzweifeln – an den Börsen, aber auch beim Gedanken ans eigene Geldbörserl.

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