Erstes Reisebüro für Plüschtiere

Skurriles aus Prag

Erstes Reisebüro für Plüschtiere

Wer seinen Teddybär oder Stofftiger auf Reisen schicken möchte, kann geliebte Kuscheltiere nun in Prag von einem speziellen Reisebüro betreuen lassen. Rundumservice und spektakuläre Erinnerungsfotos verspricht die neugegründete Agentur Toy Traveling mit Sitz in der tschechischen Hauptstadt. "Die Idee ist ganz sicher kein Scherz", sagt Firmeninhaber Tomio Okamura: "Wir wollen noch in diesem Jahr Richtung München, Berlin, Budapest und Wien expandieren."

Massage für den Teddy
Los geht es mit der Reiseplanung unter der Internetadresse www.sendyourdarling.com. Für 90 Euro lässt sich das Standardpaket buchen, für 150 Euro auch ein Luxusprogramm inklusive "Aromatherapie" und Massage für das Plüschtier. Tägliche E-Mail-Kommunikation mit den Daheimgebliebenen gehört stets zum Angebot, "damit sich niemand Sorgen machen muss", wie Okamura erklärt.

Erinnerungsfoto auf der Karlsbrücke
Einmal eingeschickt, werden die knuddeligen Spielzeuge vor der berühmten Prager Burg, nahe der Karlsbrücke und an anderen Sehenswürdigkeiten abgelichtet. Mit eigenem Reisepass und Fotobeweisen treten die Stofftiere dann den Heimweg zu ihrem Besitzer an. Wiegt der Schützlinge mehr als drei Kilogramm, wird Aufpreis fällig. Schon in Kürze soll die Website auch auf Deutsch, Französisch und Japanisch zur Verfügung stehen.

"Wir haben den Geschäftsplan aus einem Ideenwettbewerb umgesetzt und uns von dem Film 'Die fabelhafte Welt der Amelie' inspirieren lassen, wo ein Gartenzwerg auf Reisen geht", sagt Okamura. Aus heimischen Kinderzimmern ist die Buchserie "Briefe von Felix" kaum mehr wegzudenken, bei der ein Hase per Post Lebenszeichen von bekannten Touristenzielen sendet - vergleichbar mit den von Toy Traveling angebotenen Abenteuern.

700.000 Kronen (27.164 Euro) haben Okamura und vier Mitstreiter nach eigenen Angaben in die Geschäftsgründung investiert, seit einer Woche ist das Projekt online. Mehrere Dutzend Kunden wurden schon gewonnen, ab etwa 100 Gästen monatlich sei die Gewinngrenze erreicht. Auf 1,2 Milliarden schätzt die Agentur die weltweite Population von Stofftieren - "alles potenzielle Gäste", sagt Okamura.

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