Spira: Ich bin keine Glücks-Göttin

Liebesgeschichten

© ORF/Hubert Mican

Spira: Ich bin keine Glücks-Göttin

Ab Montag suchen wieder einsame Herzen ihren Traumpartner. Zum Auftakt zeigt Spira, wer aus der letzten Staffel die große Liebe fand. Im Auftrag der Liebe. Nur der Krimi-Klassiker Tatort ist wahrscheinlich erfolgreicher als Elizabeth T. Spiras Liebesg'schichten und Heiratssachen. Seit 16 Jahren versammelt sich ein Millionenpublikum vor den TV-Schirmen, wenn die begnadete Chronistin Österreichs skurrilste Singles interviewt. Über 600 Interviews über Liebe, Träume und Enttäuschungen hat Spira geführt. Der Erfolg des TV-Formats liegt wohl an der Auswahl der Käuze, von Fans auch "Spira-Figuren" genannt, die sie in allen Ecken Österreichs aufstöbert.

Auftakt mit Singles aus dem Vorjahr

Zum Auftakt der 16. Staffel (Montag, den16. Juli um 20.15 Uhr in ORF 2) hat Spira die Kandidaten der letzten Staffel aus dem Vorjahr besucht und sie über ihre Erlebnisse befragt. Gleich drei Pärchen landeten vor dem Traualtar. Das Highlight - die Hochzeit von zwei Frauen: Die 45-jährige Beamtin Manuela, die nach einer Scheidung von Ex-Extremsportler Sepp Resnik nach einem neuen Mann suchte. Verliebt hat sich Manuela in mehrere Herren nach der Sendung. Vor den Traualtar schritt sie aber mit ihrer großen Liebe Dani.

Verliebt - Brigitte & Alois 1/3

Verliebt - Brigitte & Alois

Vereint - Franceso & Thomas 2/3

Vereint - Franceso & Thomas

Verheiratet - Erwin & Irene 3/3

Verheiratet - Erwin & Irene

  Diashow

Steirerin Brigitte hat in Alois ihren Traummann gefunden, schwebt mit ihm "auf Wolke sieben".

Diva Francesco traf zwei Tage nach der Sendung Thomas: Es war Liebe auf den ersten Blick!

Erwin suchte 2008 eine Frau bei Spira. Diesen Sommer führte er Irene vor den Altar.



Keine Kupplerin

Quoten-Queen Spira selbst spricht nicht so leidenschaftlich über Liebe wie ihre Kandidaten. Mehr noch. Fragen über die Liebe beantwortet Spira mit einer gewissen Abwehrhaltung. Die Reportagen-Lady meint, dass es in ihrer Erfolgs-Sendung nicht um die Liebe geht. "Es geht um Menschen, um ihr Leben", betont Spira. Titel wie "die Kupplerin des Landes" hasst sie.

Wie lange noch?

Noch dieses Jahr feiert Spira ihren 70. Geburtstag. Wann sie die letzte Staffel von Liebesg'schichten und Heiratssachen drehen will, lässt sie offen. "Ich arbeite noch immer sehr gerne, und die Sendung macht noch immer Spaß." Ihre Fans werden aufatmen.

Elisabeth T. Spira im ÖSTERREICH-Interview: Spira: »Mit der großen Liebe kann man nicht leben«

ÖSTERREICH: Frau Spira, morgen startet die 16. Staffel von "Liebesg'schichten und Heiratssachen". Was macht das TV-Format seit fast zwei Jahrzehnten erfolgreich?

ELIZABETH T. SPIRA:
Ich bin nicht meine eigene Analytikerin. Die Analyse über den Erfolg überlasse ich lieber den Medien.

ÖSTERREICH: Warum sprechen Sie nicht gerne über Ihren Erfolg?

SPIRA: Würde ich über meinen Erfolg sprechen, klänge alles, was ich sage, eitel.

ÖSTERREICH:
Also sind Sie kein eitler Mensch

SPIRA: Natürlich bin auch ich eitel, aber ich bin nicht kokett oder selbstgefällig. Ich freue mich mit meinen Kollegen über Erfolg, aber wir bleiben am Boden.

ÖSTERREICH: Sie werden doch vor 16 Jahren ein Konzept geschrieben haben, von dem Sie überzeugt waren, dass es erfolgreich wird

SPIRA: Alles, was künstlich erzeugt wird, geht meistens nicht gut aus. Es geht darum, dass die Sendung mit der Person, die sie macht, authentisch ist. Das ist im Fall der Liebesg'schichten passiert. Zuerst war die Spira da und dann kam die Sendung. Deswegen ist sie erfolgreich geworden.

ÖSTERREICH: Wenn Elizabeth T. Spira aufhört, dann gibt es auch keine "Liebesg'schichten" mehr?

SPIRA: Es ist ein altmodisches Format und so lange erfolgreich, solange ich es mache. Ich habe die Sendung auf mich zugeschnitten. Aber jemand anderer wäre ganz arm, wenn er die Liebesg'schichten weitermachen soll.

ÖSTERREICH: Haben Sie schon ein Gespür dafür, wer einen Partner durch die Sendung findet und wer nicht?

SPIRA: Es gibt beziehungsbegabte und weniger begabte Menschen. Man spürt natürlich, ob jemand verklemmt ist, ob er wirklich eine Beziehung haben will oder nur glaubt, eine Beziehung haben zu müssen. Das sagt aber noch nichts über den Erfolg eines Kandidaten aus. Es gibt Paarungen, wo wir uns sehr wundern. Bei anderen Kandidaten glauben wir, er geht weg wie die warmen Semmeln - und er geht nicht weg. Ich bin eben keine Glücksgöttin, sondern nur eine Botin.

ÖSTERREICH: Sie betonen gerne, dass Sie keine Liebesexpertin sind. Als was fühlen Sie sich dann?

SPIRA: Als Toni Spira - das ist Programm genug.

ÖSTERREICH:
Nach über 600 Interviews bekommt man kein Gefühl für die Liebe

SPIRA: Ich habe kein Gefühl für Liebe, sondern ich habe ein Gefühl für Menschen. Für ihre Träume, Sehnsüchte, aber auch Ängste und Traurigkeiten. Ich bin Expertin für "Einsamkeit", nicht für "Liebe". Die Liebe ist nur ein Vehikel, ein Thema, um an die Geschichten der Kandidaten zu kommen.

ÖSTERREICH:
Warum suchen heute so viele Menschen die große Liebe, aber scheitern immer wieder?

SPIRA: Die große Liebe ist nicht in Jahrzehnten zu messen. Es ist schön, wenn man ihr überhaupt einmal begegnet ist -auch wenn sie nur drei Monate währte, meistens kann man mit der großen Liebe nicht leben.

ÖSTERREICH: Leben Sie mit der großen Liebe?

SPIRA: Mit einer großen Liebe, aber nicht mit der großen Liebe. Ich glaube auch nicht, dass ich der großen Liebe begegnet bin, aber einigen großen Lieben.

ÖSTERREICH: Man wird bei Ihnen das Gefühl nicht los, dass Sie ungern über die Liebe sprechen. Warum?

SPIRA:
In meiner Sendung geht es um Verluste, Isolation, Trennungen, Trauer, Vereinsamung, um das verlorene Glück, um Verlassenheit, Kränkungen Und um den großen Traum: die Einsamkeit zu überwinden.

ÖSTERREICH: Aber Ihre Interviewpartner bewerben sich für die Sendung, weil sie die Liebe suchen

SPIRA: Natürlich. Und wir wollen ihnen helfen. Doch nicht jeder meldet sich, weil er sich einsam fühlt. Der eine will seinen Marktwert prüfen. Der andere will sich rächen. Der andere macht mit, weil er kokett ist. Wären unsere Kandidaten nur tragische Figuren, wäre die Sendung schon längst weggegähnt.

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