Abrüstungsvertrag fast perfekt

USA und Russland

© EPA

Abrüstungsvertrag fast perfekt

Der neue atomare Abrüstungsvertrag zwischen Russland und den USA ist nach Angaben aus beiden Ländern so gut wie perfekt. Nach langem Stillstand sei nun vereinbart, die Zahl der nuklearen Sprengköpfe von 2200 auf je 1550 zu reduzieren und die der Trägersysteme auf jeweils 800 zu halbieren. Das berichtete die Zeitung "The New York Times" am Donnerstag unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Reduzierung von Offensivwaffen
Der Ex-Chef der russischen Raketenstreitkräfte, Viktor Jessin, bestätigte die Zahlen. US-Präsident Barack Obama und Kremlchef Dmitri Medwedew wollen das Nachfolgeabkommen für den Ende 2009 abgelaufenen START-1-Vertrag zur Reduzierung strategischer Offensivwaffen in Prag unterzeichnen.

Obama und Medwedew wollten an diesem Freitag die letzten Details festlegen, schrieb die Zeitung. Nach Angaben der russischen Botschaft in Prag ist die Unterzeichnung für den 8. April geplant. Der neue Vertrag ist auf zehn Jahre ausgelegt und ersetzt den von 1991, der allerdings erst 1994 nach der Ratifizierung in Kraft getreten war. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des russischen Föderationsrates, Michail Margelow, wies darauf hin, dass es sowohl in den USA als auch in Russland Gegner dieses Vertrages gebe.

Republikaner könnten dazwischen funken
Die Ratifizierung werde nicht einfach, sagte Margelow. Obama bräuchte im Senat auch Stimmen der Republikaner, was kompliziert sein könnte, da eine Midterm-Wahl anstehe, schrieb die "New York Times". Der Moskauer Militärexperte Jessin betonte, dass der Vertrag ein "guter Kompromiss" sei, bei dem Moskau und Washington hätten über ihren Schatten springen müssen.

Kommentatoren gehen davon aus, dass Obama und Medwedew das Erbe des Kalten Krieges mit dem neuen Vertrag weiter begraben wollen. Allerdings war schon ein Start-II-Vertrag in der Vergangenheit daran gescheitert, dass die USA gegen den Willen Russlands in Europa eine Raketenabwehr stationieren wollten.

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