Gaddafi zeigt sich mit skurrilem TV-Auftritt

Unruhen in Libyen

© Youtube: So zeigte sich der Diktator im Fernsehen

Gaddafi zeigt sich mit skurrilem TV-Auftritt

Seiten: 12

Offener Bürgerkrieg in Libyen: Mehr als 400 Tote wurden gezählt, allein am Montag wurden in der Hauptstadt Tripolis 160 Menschen erschossen. Gaddafis Garde macht Jagd auf Demonstranten, Heckenschützen nehmen Menschen unter Feuer. Gestern flogen sogar Militär-Jets Angriffe gegen die Demonstranten. Zwei Piloten setzten sich auf die Insel Malta ab. Sie weigerten sich, Angriffe gegen das eigene Volk zu fliegen: „Wir hatten den Befehl, die Aufständischen in Benghazi zu bombardieren.“

Gaddafi im TV
Der libysche Staatschef Muammar Gaddafi hat sich erstmals seit Beginn der Unruhen in seinem Land zu Wort gemeldet - allerdings auf eine Art und Weise, die eher an einen Comedy-Sketch erinnert als an den Auftritt eines Staatschefs, der noch ernst genommen werden will. Offenbar im Bemühen, Gerüchten entgegenzutreten, er habe Libyen bereits verlassen, verkündete Gaddafi im Staatlichen Fernsehen in der Nacht auf Dienstag laut einer Übersetzung des US-Senders CBS, nach wie vor in Tripolis und nicht in Venezuela zu sein.

Die bizarre Szenerie des Auftritts lässt darauf allerdings keinerlei Rückschlüsse zu: Vor dem Hintergrund einer - eventuell durch Einschüsse - devastierten Hinterhof-Fassade sitzt der "Revolutionsführer" - mit einer dicken Fellmütze und heruntergelassenen Ohrenschützern bewehrt - in der offenen Tür eines offenkundig in die Jahre gekommenen Lastwagens, hält einen Regenschirm über sich und murmelt in ein Mikrofon, das ihm von einem ebenfalls beschirmten jungen Mann hingehalten wird.

Auch die Botschaft selbst ist wenig erhellend: Er habe eigentlich zu den jungen Menschen auf den Grünen Platz in Tripolis fahren, zu ihnen sprechen und die Nacht mit ihnen verbringen wollen, meint ein abwesend wirkender Gaddafi. "Aber es hat zu regnen begonnen, wie ihr seht. Was soll's, das zeigt den Menschen wenigstens, dass ich noch immer in Tripolis bin und nicht in Venezuela. Also glaubt nicht den (Rundfunk-)Sendungen dieser Hunde. Friede sei mit Euch!" Der zusammengeklappte Regenschirm beendet die surreale Szene.

Diashow Gewaltausbruch gegen Gaddafi
Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

Die Proteste gegen Gaddafi werden heftiger

1 / 10
  Diashow

Der Einsatz der Luftwaffe ist das letzte Aufbäumen des Regimes. Saif al-Islam Gaddafi hat die Berichte über die Bombardierung von Städten zurückgewiesen. Es seien nur Munitionslager außerhalb bewohnter Gebiete bombardiert worden. Zuvor fackelten wütende Gaddafi-Gegner das Gebäude des Volkskongresses und des staatlichen Fernsehens nieder. Stundenlange Straßenschlachten folgten. Teile der Armee sollen sich aber auf die Seite der Aufständischen geschlagen haben.

Gaddafis Justizminister und weitere Funktionäre traten wegen des brutalen Vorgehens gegen Demonstranten zurück. Auch mehrere mächtige Volksstämme haben sich bereits gegen den Despoten erhoben. Sie drohen, den Ölexport zu unterbrechen. Sogar islamische Geistliche unterstützen die Proteste und rufen zum Kampf auf.

Trotz Massaker: Sturm gegen Gaddafi geht weiter
Gaddafis zweitältester Sohn, Saif al-Islam (38), der allerbeste Kontakte zu Österreich hat (rechts), sprach via TV zu seinen 6,5 Millionen Landsleuten. Zuerst versprach er halbherzige Reformen, dann drohte er. „Wir werden bis zum letzten Mann, bis zur letzten Frau kämpfen“, er habe die Unterstützung des Militärs: „Flüsse von Blut werden fließen.“

Drohungen, die das Regime wahrscheinlich nicht mehr retten werden können. Vater Muammar Gaddafi (68) soll mit einem Konvoi gepanzerter Geländewagen Tripolis in Richtung Wüste verlassen haben. Das britische Außenministerium sprach sogar von einer Flucht zu seinem Freund Hugo Chávez nach Venezuela. Caracas ließ sofort dementieren.

Dass sich der Clan nach Österreich absetzen könnte, schien unwahrscheinlich. Trotzdem forderte Grünen-Chef Alexander Van der Bellen gegenüber ÖSTERREICH ein „sofortiges Einreiseverbot für den gesamten Clan“.

Ban schockiert
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich "schockiert" über Berichte, wonach die Sicherheitskräfte von Flugzeugen und Hubschraubern aus auf Demonstranten gefeuert haben sollen. Derartige Angriffe gegen Zivilisten, sollten die Berichte zutreffen, stellten eine "ernste Verletzung der internationalen Menschenrechte dar", sagte Bans Sprecher Martin Nesirky.

Gegenüber BBC sagte er, das Ende des Revolutionsführers sei nur noch eine "Frage von Tagen". Entweder der Revolutionsführer werde selbst zurücktreten oder das Volk werde dafür sorgen, dass er gehe. Dabbashi forderte, Gaddafi für alle von ihm zu verantwortenden Verbrechen in seiner fast 42-jährigen Amtszeit vor Gericht zu stellen.

Zum Rücktritt aufgefordert
Nach Angaben des Vize-Botschafters hat das Personal der libyschen UN-Mission Gaddafi in einem Schreiben zum Rücktritt aufgefordert. Ob sich auch Botschafter Abdurrahman Shalgham der Revolte angeschlossen hat, war zunächst unklar. Er habe Shalgham seit Freitag nicht mehr gesehen, sagte Dabbashi der "New York Times". Seit Sonntag haben bereits eine Reihe libyscher Diplomaten aus Protest gegen das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Regierungsgegner ihr Amt niedergelegt. Auch Justizminister Mustafa Abdul-Jalil erklärte Presseberichten zufolge seinen Rücktritt.

US-Außenministerin Hillary Clinton forderte die libysche Führung auf, das "inakzeptable Blutvergießen" sofort zu beenden. "Die Welt beobachtet beunruhigt die Lage in Libyen", erklärte Clinton in Washington. Die Regierung Gaddafis müsse die Rechte des Volks respektieren, "Rede- und Versammlungsfreiheit eingeschlossen". Washington arbeite "intensiv mit seinen Partnern weltweit daran, diese Botschaft der libyschen Regierung klarzumachen," erklärte die Ministerin weiter.

Auf der nächsten Seite der Live-Ticker zum ereignisreichen Montag zum Nachlesen!

 

Autor: (wek)
Seiten: 12
Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Live auf oe24.TV 1 / 9

Top Gelesen 1 / 5

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen