Rechtsparteien fordern Moscheen-Kontrollen

Nach Berlin-Anschlag

Rechtsparteien fordern Moscheen-Kontrollen

Nach der Tötung des mutmaßlichen tunesischen Verantwortlichen des Anschlags in Berlin, Anis Amri, fordern italienische Rechtsparteien strenge Kontrollen der Moscheen und islamischen Gebetszentren in Italien. Die Gefahr, dass diese als Salafisten-Treffpunkte dienen könnten, sei groß, warnen sie.

Der Chef der ausländerfeindlichen Oppositionspartei Lega Nord, Matteo Salvini, forderte ein gesamtstaatliches Verbot, neue islamische Gebetsorte zu eröffnen. In Italien seien in den letzten Jahren Hunderte unkontrollierte islamische Treffpunkte entstanden, die als Nährboden zur Rekrutierung von Fundamentalisten dienen würden. "Die Tatsache, dass Amri Mailand erreicht hat, bezeugt, dass Italien und insbesondere die Lombardei zum Stützpunkt für den Jihad in Europa geworden sind", kommentierte Paolo Grimoldi, Abgeordneter der Lega Nord.

"Italien ist Stützpunkt Krimineller"

"Wir fordern die Einrichtung von Staatsanwälte-Pools, die sich exklusiv mit dem Thema des islamischen Terrors befassen", sagte Grimoldi. Die Lega Nord plant am Samstagnachmittag eine Kundgebung in Sesto San Giovanni bei Mailand, wo Amri getötet wurde. An der Kundgebung will sich auch Lega-Chef Salvini beteiligen.

"Wir schaudern davor, wie problemlos Mörder in Italien ein und aus gehen. Italien ist der Stützpunkt Krimineller, die sich hier offenkundig geschützt und toleriert fühlen", kommentierte Maurizio Gasparri, Fraktionschef der rechtskonservativen Partei Forza Italia im Senat.

Sofortige Ausweisung illegaler Migranten gefordert

Der Gründer der europakritischen Protestpartei Fünf Sterne, Beppe Grillo, forderte die sofortige Ausweisung aller illegaler Migranten in Italien. "Die Migrationslage ist außer Kontrolle geraten - in Italien und in Europa. Italien ist zum Kreuzweg von Terroristen geworden, die dank Schengen ungestört durch ganz Europa reisen können. Wir müssen sofort handeln. Wer Recht auf Asyl hat, soll in Italien bleiben, illegale Migranten sollen ab sofort abgeschoben werden", forderte Grillo am Freitag auf seinem Blog.

Die muslimische Gemeinschaft in Italien ist erst in den letzten Jahren stark gewachsen, berichten Experten. Das sei anders als in Ländern wie Deutschland, Großbritannien, oder Frankreich, in denen seit über 100 Jahren islamische Gemeinschaften bestehen. Die in Italien lebenden Muslime sind mehrheitlich Albaner, Tunesier, Marokkaner und Pakistani. Nur sechs offiziell registrierte Moscheen zählt man in Italien. Die im Land lebenden Muslime treffen sich meist in oft improvisierten Gebetsräumen wie Garagen, Lagerhallen oder Kellern.

Die Union der islamischen Gemeinschaften und Organisationen in Italien (UCOII) warnte davor, muslimische Gebetsräume als Ort der fundamentalistischen Propaganda zu betrachten. Die meisten würden weder kulturelle noch soziale Aktivitäten betreiben und lediglich als Gebetsorte dienen, versicherte ein Sprecher der Union.

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