Syrien: Ein Land blutet aus

5.800 Tote im August

© Reuters

Syrien: Ein Land blutet aus

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Überall liegen Splitter, auf der Straße klebt das Blut der Getöteten. „Es ist die fünfte Bombe in sieben Tagen“, sagt Abu Haman zu ÖSTERREICH. Gestern hat eine im syrischen Ort Jaramana deponierte Bombe sieben Menschen getötet, 40 schwer verletzt. ÖSTERREICH-Reporterin Isabelle Daniel ist mit unabhängigen Begleitern kurz nach dem Anschlag vor Ort.

Die Zerstörung in der Wohngegend ist enorm. In einem der Häuser befand sich eine Musikschule für Kinder, betrieben von der Kirche. Pater Gabriel Daroud hat Tränen in den Augen, er war verantwortlich für die Schule: „Was soll das mit Demokratie zu tun haben? Die Rebellen töten unsere Kinder und Frauen.“ Jaramana, ein Vorort von Damaskus, wird hauptsächlich von Christen und Drusen bewohnt.

George, ein Christ aus Jaramana, glaubt, dass die „Freie syrische Armee und die Dschihadisten uns töten, weil wir Christen sind“. Andere hier sagen, es sei „die Rache der Rebellen, weil wir ihren Aufstand nicht unterstützen“.

Der Bürgerkrieg in Syrien ist endgültig eskaliert. Der August ist der blutigste Monat seit Beginn des Aufstandes (März 2011) gegen Syriens Präsidenten Bashar al-Assad. Allein in den vergangenen vier Wochen wurden 5.800 Menschen getötet. In der letzten Woche starben 2.000 Menschen.

Täglich explodieren in Syrien Paket- oder Autobomben
Syriens Armee geht in Aleppo, Homs und in den Vororten von Damaskus unerbittlich gegen Rebellen vor. Die Rebellenarmee greift immer stärker zu Terror gegen Zivilisten. Täglich detonieren Paket- oder Autobomben.

Beide Seiten dürften schwere Massaker begehen – ÖSTERREICH hat Fotos und Videos gesehen: niedergemetzelte Rebellen, geschlachtete Soldaten. Die UNO startet jetzt einen neuerlichen Versuch, den Bürgerkrieg zu beenden. Indes geht das wechselseitige Morden weiter.

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