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Rebellen greifen syrische Luftwaffe an

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Russland hält die Hoffnung auf einen Rückzug Assads für "naiv".

Die syrischen Rebellen konzentrieren sich in ihrem Kampf gegen die Truppen von Präsident Bashar al-Assad nach Angaben der Opposition zunehmend auf deren Luftwaffe und die Flughäfen des Landes. In der Nacht zum Samstag hätten Aufständische ein Gebäude der Luftabwehr in der Stadt Bukamal in der östlichen Provinz Deir al-Zor (as-Saur) eingenommen, erklärte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Auch seien dort der Sitz des Militärgeheimdiensts und der Armeeflughafen angegriffen worden.

Dutzende Tote
In den Provinzen Idlib im Nordwesten und Hama im Zentrum Syriens zerstörten die Rebellen den Angaben zufolge Straßensperren der Armee. Landesweit seien dutzende Soldaten der Regierungstruppen getötet, verletzt oder festgenommen worden, hieß es. In den vergangenen Tagen hatten die Aufständischen berichtet, mehrere Hubschrauber von Assads Armee zerstört zu haben. Außerdem kontrollieren sie nach eigenen Angaben einen Teil des Flughafens Abu al-Sohur in Idlib.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow nannte es unterdessen "naiv", wenn der Westen und die arabische Welt erwarteten, dass Assad den Kampf um wichtige Städte als erster aufgeben werde. Wer Assad aufrufe, seine Truppen zurückzuziehen und die Waffen niederzulegen, dies von den Aufständischen aber nicht verlange, verfolge "ein unausführbares Modell". "Entweder sind diese Leute naiv, oder das ist eine Art Provokation", sagte Lawrow in Moskau.

Neuer Sondergesandter
Am Samstag trat auch der neue Sondergesandte von Vereinten Nationen und Arabischer Liga für Syrien, Lakhdar Brahimi, sein Amt an. Der 78-jährige übernahm das Mandat vom früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan. Dieser hatte nach erfolglosen Bemühungen um eine Waffenruhe in Syrien Anfang des Monats seinen Rücktritt zum 31. August erklärt.

Annan beklagte unter anderem eine mangelnde Unterstützung des in der Syrien-Frage zutiefst zerstrittenen UN-Sicherheitsrats. Die Vetomächte Russland und China blockierten dort bereits mehrfach eine Resolution zur Verurteilung der Gewalt seitens der syrischen Führung. Den Vorsitz im Sicherheitsrat hat seit Samstag für einen Monat Deutschland inne.

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