Vulkanasche legt Europas Flugverkehr lahm Vulkanasche legt Europas Flugverkehr lahm

Vulkanausbruch

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Vulkanasche legt Europas Flugverkehr lahm

Der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island hat zu größeren Behinderungen im europäischen Luftverkehr geführt: Schon am Donnerstag mussten die Fluggesellschaften 7.000 Verbindungen absagen, teilte die Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel mit. Für Freitag war kaum Entspannung in Sicht. Nachdem acht Staaten (Großbritannien, Irland, Belgien, die Niederlande, Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland) ihren Luftraum komplett geschlossen hatten, kam es in der Nacht auf Freitag in immer mehr mitteleuropäischen Flughäfen zu Sperren. Betroffen waren 24 Flughäfen in Frankreich, darunter die beiden Pariser Großflughäfen sowie die deutschen Flughäfen Hamburg, Bremen, Hannover und Düsseldorf. Auch in Nordwestpolen wurde der Luftraum wegen der Aschewolke gesperrt.

Auch der größte deutsche Flughafen in Frankfurt/ Main dürfte am Freitag gesperrt werden. Der Flugbetrieb wurde schon in der Nacht stark eingeschränkt.

Schottische Flughäfen gesperrt
Komplett geschlossen wurden die schottischen Flughäfen Aberdeen, Edinburgh und Glasgow. Der Flughafen Belfast in Nordirland und Newcastle (England) stellten den Betrieb ebenfalls ein. Auch die finnischen Behörden meldeten Beeinträchtigungen auf Strecken über Wasser zwischen Norwegen, Nordschweden, Nordfinnland und Großbritannien.

London-Flüge ab Wien gecancelt
Sechs Flüge von und nach London sind nach Auskunft des Flughafens Wien-Schwechat am Nachmittag zwischen 13.00 und 19.00 Uhr gestrichen worden. 23 von 400 Flügen der Austrian Airlines Group sind am Donnerstag von Ausfällen betroffen gewesen. Morgen, Freitag, können am Vormittag fünf Flüge nicht stattfinden. Betroffen seien Verbindungen nach Kopenhagen, Stockholm, Amsterdam, Brüssel, Oslo, Göteborg und London, sagte eine AUA-Sprecherin.

Passagiere auf nordeuropäischen Verbindungen sollen sich unbedingt vor Abreise über den aktuellen Stand informieren. AUA-Kunden, die in ein nordeuropäisches Land fliegen, können sich an das Customer-Service-Center unter der Telefonnummer 0517661000 wenden.

Auch Innsbruck betroffen
Auch Flüge von Innsbruck aus sind gestrichen worden. Wegen des gesperrten Luftraumes über Großbritannien mussten die Verbindungen nach London und Liverpool storniert werden, sagte ein Sprecher des Flughafens.

Falls der Luftraum über Deutschland komplett gesperrt werden sollte, könnte das weitere Ausfälle nach sich ziehen. Die Passagiere der Mittag- und Abendmaschine seien verständigt und auf spätere Maschinen am Freitag umgebucht worden. Donnerstag früh hätte zudem eine private Chartermaschine nach Edinburgh starten sollen. Diese stehe noch immer am Flughafen, bestätigte der Flughafen-Sprecher einen Bericht von ORF Tirol.

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Austro-Control-Sprecher Markus Pohanka sagte in der ZiB24 in der Nacht auf Donnerstag, dass die Aschewolke nach jetzigem Stand nördlich einer Linie "von Paris bis Prag" bleiben wird. Diese Prognose gelte bis Freitag 14.00 Uhr, doch könne sich "binnen kurzer Zeit" alles ändern. Wandere die Aschewolke weiter nach Süden, könne es auch zu einer Sperre des österreichischen Luftraums kommen, so Pohanka.

Wind treibt Rauchwolke voran
Rund ein Viertel aller Flüge sind in Europa ausgefallen. Das teilte die Europäische Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel mit. Jeden Tag gebe es europaweit 28.000 Flugbewegungen.

"Es ist das erste Mal in der europäischen Luftfahrtgeschichte, dass wir mit einem solchen Phänomen umgehen müssen", sagte einer der Leiter der europäischen Luftraumüberwachung, Brian Flynn. Je nachdem, wie sich die Rauchwolke am Vulkan und die Winde entwickelten, müsse auch noch am Freitag mit ähnlichen Ausfällen gerechnet werden.

Asche in elf Kilometer hoch geschleudert
Grund für die Verbote ist Lavaasche, die aus dem Vulkan in eine Höhe von bis zu elf Kilometern ausgestoßen wurde und weiter ausgespuckt wird. Die Asche, die sich in östlicher und inzwischen zunehmend in südlicher Richtung ausbreitet, ist gefährlich für Düsentriebwerke.

In Island selbst blieben die Schäden nach dem zweiten Ausbruch seit dem 21. März vorerst begrenzt. Etwa die Hälfte der knapp 800 am Mittwoch aus ihren Häusern in der Umgebung geflüchteten Anrainer konnte in der Nacht zurückkehren. Das rasend schnell schmelzende Gletscherwasser am nördlichen Rand des Eyjafjalla überschwemmte zwar die Felder von einigen Gehöften, zerstörte aber nicht wie befürchtet eine Brücke der landesweit wichtigsten isländischen Straßenverbindung entlang der Südküste.

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