Zittern vor dem nächsten Sturm

Mazedonien-Armee an Grenze

Zittern vor dem nächsten Sturm

7.500 Flüchtlinge harren an der mazedonisch-griechischen Grenze aus. Seit 10 Tagen. Sie lagern in Notzelten, unter Planen auf Wiesen, Kinder sitzen im Matsch. Idomeni ist längst das größte Elendscamp auf der Balkanroute: „Die Lage ist extrem dramatisch“, schildert Helfer Christopher Bachtrog ÖSTERREICH.

Seit dem versuchten Grenzsturm am Montag, als Hunderte Flüchtlinge das Grenztor niederreißen wollten, hat sich die Situation noch verschärft. Die mazedonische Armee hat Stellung bezogen. In Hubschraubern wurden Elitesoldaten eingeflogen. Ein neuer Sturm soll unter allen Umständen verhindert werden.

Aber: Gleichzeitig kommen auf griechischer Seite immer mehr Flüchtlinge an. Athen stoppt das Nachrücken nicht.

Mazedonien © Rotes Kreuz

Dutzende Schwangere, zahlreiche Notgeburten

Die Folge: Ein gigantischer Menschenstau an den Stacheldraht-Barrieren. Austro-Helfer Bachtrog betreut gemeinsam mit 20 griechischen Helfern ein Notlazarett im Idomeni-Camp: Bronchitis und Grippe sind derzeit das Hauptproblem der Menschen. Bis zu 150 Personen werden pro Tag in seinem Zelt behandelt: „Die Leute sind erschöpft, geschwächt. Bis zu zwei Stunden müssen sie sich anstellen, um ein Sandwich zu kriegen.“
Ein weiteres Problem der Helfer: „Wir haben hier viele hochschwangere Frauen. Einige haben am Zaun ihre Babys zur Welt gebracht. Mütter und Kinder gehören dringend in Spitäler, sind physisch und psychisch am Ende.“

Idomeni

BILD-Reporter Peter Tiede berichtet aus Idomeni. Im Gespräch mit ÖSTERREICH kritisiert er Griechenland hart: „Niemand müsste an der Mazedonien-Grenze im Elendslager sitzen. Die Griechen spielen Europa ein Riesentheater vor.“ Dutzende Camps zwischen Athen und Idomeni seien fast leer, so Tiede: „So gibt es in Nea Kastoria, nur wenige Kilometer von Idomeni entfernt, eine riesige Kaserne. 6.000 Leute hätten Platz, doch niemand wird hingebracht“. Vielmehr werden die Flüchtlinge an die Grenze gekarrt: „Da wird unnötig Dramatik geschürt.“    Karl Wendl

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