Arbeitsloser hungert sich in Deutschland zu Tode

Auf Hochsitz

© APA

Arbeitsloser hungert sich in Deutschland zu Tode

Ein arbeitsloser Mann aus Hannover hat sich in einem Waldstück im Solling (Niedersachsen) anscheinend zu Tode gehungert. Zwei Jäger fanden die mumifizierte Leiche des 58-Jährigen auf einem Hochsitz in der Nähe der Kleinstadt Uslar. Der Mann sei nach den bisherigen Untersuchungen vermutlich bereits vor zwei Monaten gestorben, teilte die Polizei am Dienstag mit. Es deute nichts auf ein Verbrechen hin.

Tagebuch geführt
Ein Sprecher bestätigte Angaben der Zeitung "Sollinger Allgemeinen", wonach der 58-Jährige in der Zeit vor seinem Tod ein Tagebuch führte. Aus dem Büchlein gehe hervor, dass der Mann 24 Tage lang keine feste Nahrung zu sich nahm. Nur ab und zu habe er etwas Wasser getrunken. Er berichtete von Schmerzen und davon, dass er sterben wolle. Der letzte Eintrag stammt vom 13. Dezember.

Gescheiterte Ehe
Nach den Erkenntnissen der Ermittler hatte der 58-Jährige eine gescheiterte Ehe hinter sich. Als er im Oktober kein Arbeitslosengeld mehr erhielt, sei er mit dem Fahrrad von Hannover losgefahren, sagte der Polizeisprecher. Uslar liegt etwa 130 Kilometer südlich von Hannover. Dort habe er sich dann auf den Hochsitz zurückgezogen und sich anscheinend bewusst zu Tode gehungert. Warum der Mann diesen Ort wählte, sei unklar. Zwei Jäger, die die Leiter des Hochsitzes reparieren wollten, fanden die Leiche des 58-Jährigen und das Tagebuch schließlich am Freitag vergangener Woche.

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