Regenfälle verschlimmern Lage in Burma

Nach "Nargis"

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Regenfälle verschlimmern Lage in Burma

Tropische Regenfälle haben die Lage in den vom Zyklon "Nargis" zerstörten Regionen Burmas weiter verschärft. Die Niederschläge bremsten am Freitag die Hilfsbemühungen für die notleidende Bevölkerung in dem südostasiatischen Land. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wiesen darauf hin, dass weitere Niederschläge zahlreiche Menschen erneut zur Flucht zwingen und die Gefahr von Seuchen zu verschärfen drohen. Die herrschende Militärjunta warnte in den staatlichen Zeitungen die Bevölkerung davor, Hilfslieferungen beiseitezuschaffen oder zu verkaufen. Die Ankündigung kam nach Gerüchten, dass einige örtliche Militärangehörige Lastwagen mit Lebensmitteln, Decken und Wasser verschwinden ließen.

Erst ein Viertel der Opfer notdürftig versorgt
Nach Angaben der Vereinten Nationen sind fast zwei Wochen nach dem verheerenden Zyklon erst ein Viertel der Opfer notdürftig versorgt worden. Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes leben allein in der zerstörten Stadt LaButta noch 10.000 Menschen auf der Straße oder unter Bäumen. Hilfsorganisationen gehen inzwischen von mindestens 100.000 Toten aus. Bis zu zwei Millionen Menschen brauchen dringend Zelte, Decken und Medikamente. Die Militärregierung spricht offiziell weiter von gut 60.000 Toten und Vermissten.

In Rangun traf unterdessen der erste Flug mit 20 Tonnen Hilfsgütern aus Deutschland ein. Darunter waren vier Wasseraufbereitungsanlagen. Die Techniker, die die Maschinen am schnellsten einsatzfähig machen könnten, durften allerdings nicht einreisen. Sie haben wie Hunderte andere Katastrophenexperten bisher keine Visa bekommen.

EU wirbt für ausländische Hilfe
Am Donnerstag hatte EU-Entwicklungshilfekommissar Louis Michel bei einem Besuch in Rangun vergeblich versucht, die Militärjunta dazu zu bewegen, mehr ausländische Helfer ins Land zu lassen. Michel beschrieb die Beziehungen zwischen Burma und der internationalen Gemeinschaft als schwierig. "Aber das ist nicht mein Problem. Jetzt ist nicht die Zeit, um politische Diskussionen zu führen. Jetzt muss geholfen werden, um Leben zu retten."

Das burmesische Militärregime, dem schwerste Menschenrechtsverstöße zur Last gelegt werden, nimmt zwar Hilfsgüter aus dem Ausland an, die sie teilweise umetikettiert, hat sich aber der Einreise von internationalen Helfern widersetzt. Bei dem Zyklon waren schätzungsweise bis zu 128.000 Menschen ums Leben gekommen, 2,5 Millionen Menschen sind infolge der Katastrophe in Not. Nach amtlichen Angaben starben 43.300 Menschen, vermisst wurden am Donnerstagabend noch 27.900.

Clooney und Pitt spenden für die Opfer
Eine von Hollywoodstar George Clooney gegründete humanitäre Organisation hat für die Opfer des Wirbelsturms in Burma 250.000 Dollar (162.000 Euro) gespendet. Die Spende würden über die Organisation Save The Children abgewickelt, weil diese eine der wenigen sei, die in Burma vertreten sei, erklärte Alex Wagner, Geschäftsführer von Not On Our Watch.

Diese Organisation wurde von Clooney gemeinsam mit anderen "Ocean's Thirteen"-Stars wie Don Cheadle, Matt Damon und Brad Pitt sowie Produzent Jerry Weintraub und dem Menschenrechtsanwalt David Pressman gegründet. Not On Our Watch hat bereits mehrere Millionen Dollar für die Opfer in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur gespendet.

In Burma ist unterdessen am Donnerstagmorgen das erste Flugzeug mit 20 Tonnen Hilfsgütern aus Deutschland für die Zyklon-Opfer eingetroffen. An Bord der Maschine waren nach Angaben der deutschen Botschaft in Rangun unter anderem vier Anlagen zur Wasseraufbereitung. 

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