Somalia-Pirat in New York vor Gericht

Streit ums Alter

Somalia-Pirat in New York vor Gericht

Ein somalischer Pirat, der kürzlich in die spektakuläre Geiselnahme eines US-Frachterkapitäns im Indischen Ozean verwickelt war, hat nach Ansicht eines New Yorker Gerichts keinen Anspruch auf das mildere Jugendstrafrecht. Bundesrichter Andrew Peck entschied am Dienstag in einer ersten Anhörung, den jungen Mann wie einen Erwachsenen zu behandeln.

Die Verteidigung hatte erklärt, der Beschuldigte sei erst 16 Jahre alt. Die Staatsanwaltschaft meint dagegen, er müsse mindestens schon 18 Jahre alt sein. Der Mann ist der einzig überlebende Täter der Geiselnahme vom 8. April. Drei andere Seeräuber wurden Tage später bei der Befreiung des Kapitäns auf einem Rettungsboot von US-Scharfschützen erschossen.

Prozess in Kenia
Auch in Kenia beginnt am Mittwoch ein Prozess gegen neun mutmaßliche somalische Piraten, deren Überfall auf die "MV Courier" Anfang März von der deutschen Bundeswehr vereitelt worden ist. Der Prozess in der Hafenstadt Mombasa könnte allerdings schnell vertagt werden, weil der Auftritt wichtiger Zeugen fraglich ist. Die Somalier wurden am 3. März von der deutschen Fregatte "Rheinland-Pfalz" aufgegriffen und aufgrund eines EU-Abkommens nach Kenia überstellt. Ihre Waffen hatte die Bundeswehr nach der Festnahme im Meer versenkt. Der Zeugenaussage des philippinischen Kapitäns der "MV Courier" kommt deshalb bei der Beweisführung eine hohe Bedeutung zu.

Konferenz in Brüssel
Am Donnerstag findet eine internationale Geberkonferenz in Brüssel statt, bei der zunächst einmal knapp 200 Millionen Euro für den gescheiterten Staat am Horn von Afrika gesucht werden, vor dessen Küste sich Piratenüberfälle häufen. Im Vorfeld sagte der somalische Minister für Planung und internationale Zusammenarbeit, Abdirahman Abdishakuur, sein Land könne das Problem der Piraterie nur mit mehr internationaler Hilfe angehen. Er brachte laut dem arabischsprachigen US-Satellitensender Alhurra eine eigene somalische Kriegsflotte gegen die Piraten vor der nordostafrikanischen Küste auf das Tapet, die trainiert und ausgerüstet werden müsse

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