Zehntausende gegen Mafia auf der Straße

Protest in Neapel

© Reuters

Zehntausende gegen Mafia auf der Straße

Zehntausende Menschen sind am Samstag in Neapel auf die Straße gegangen, um gegen die Mafia zu demonstrieren. Mit ihrem Protestmarsch wollen die Bürger ihrem Wunsch Ausdruck verleihen, den Einsatz gegen die Mafia "mit aller Härte" weiterzuführen. An der Demonstration beteiligten sich Anhänger von Mafia-Opfern aus ganz Italien und anderen europäischen Ländern. Sie trugen Plakate mit Bildern der Mafia-Opfer.

Angeführt wurde der Demonstrantenzug vom Schriftsteller Roberto Saviano, Autor des Bestsellers "Gomorrah" über die Herrschaft der Camorra, dem neapolitanischen Arm der Mafia. Der 29-jährige Saviano lebt unter Polizeischutz, weil er öfters von der Camorra bedroht wurde.

Organisiert wird die Veranstaltung von der Antimafia-Bewegung "Libera", die sich für die Befreiung Süditaliens von dem Druck der Mafia einsetzt. "Tausende Menschen sind hier, um Neapel zu umarmen. Weniger Worte und mehr Taten sind wichtig, um die Mafia zu bekämpfen", sagte Pater Luigi Ciotti, der "Libera" im Jahr 1995 gegründet hat. "Libera" ist ein Dachverband aus 50 Gruppen, die auf verschiedene Weise gegen das organisierte Verbrechen kämpfen.

2.500 Menschen sind in Italien in den vergangenen zehn Jahren der Mafia zum Opfer gefallen. 70 Prozent der Mafia-Morde sind unbestraft geblieben, in den meisten Fällen kennt man nicht einmal den Beweggrund für das Verbrechen. "Wir stehen vor einem nationalen Notstand. Die Mafia ist nicht nur ein süditalienisches Problem", betonte Ciotti.

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