Bolivien, Venezuela legen sich mit den USA an

Krise

Bolivien, Venezuela legen sich mit den USA an

Die innenpolitische Krise in Bolivien hat zu schweren diplomatischen Verstimmungen zwischen den USA und den linksgerichteten Regierungen in La Paz und Caracas geführt. Nachdem bereits die USA und Bolivien den Abzug ihrer Botschafter aus dem jeweils anderen Land angekündigt hatten, forderte am Donnerstagabend auch der venezolanische Präsident Hugo Chávez den US-Botschafter in Caracas, Patrick Duddy, zum Verlassen des Landes auf. Zugleich berief er den venezolanischen Botschafter in Washington ab. Er habe aus Solidarität mit Bolivien gehandelt, so Chávez. "Scheiß-Yankees, geht zum Teufel!", schimpfte der international umstrittene Präsident. "Wir sind ein Volk mit Würde, also fahrt hundertmal zur Hölle!"

Einmischung und Parteilichkeit
Boliviens Präsident Evo Morales hatte dem US-Botschafter in La Paz, Philip Goldberg, am Mittwoch die Unterstützung der Opposition - und damit Einmischung und Parteilichkeit - vorgeworfen und ihn zum Verlassen des Landes aufgefordert. Eine entsprechende Note ist dem Diplomaten am Donnerstag übergeben worden. Am Donnerstag erklärte die US-Regierung den Vertreter Boliviens in Washington ebenfalls zur unerwünschten Person.

Konflikt verschärft sich
Unterdessen verschärfte sich in Bolivien der Konflikt zwischen Indio-Präsident Morales und den von der Opposition dominierten Regionen des Landes. Bei gewaltsamen Zusammenstößen von Anhängern beider Seiten kamen am Donnerstag mindestens neun Menschen ums Leben. 32 weitere wurden verletzt. Kern des Konflikts ist der Versuch Morales', den Wohlstand aus dem rohstoffreichen Osten und Süden des Landes zugunsten der vor allem im westlichen Hochland lebenden und seit Jahrhunderten benachteiligten Indios umzuverteilen.

Putschversuch in Venezuela
Chávez warnte vor einem Sturz der Regierung Morales und drohte mit einem Eingreifen. Wie Chávez weiter mitteilte, habe es kürzlich auch gegen seine Regierung einen Umsturzversuch gegeben. Mehrere Menschen seien festgenommen worden, darunter frühere und aktuelle Angehörige der Streitkräfte. Man habe ihn stürzen und ermorden wollen, versicherte der frühere Oberstleutnant. Hinter dem Komplott stecke "der Imperialismus", versicherte Chávez in Anspielung auf die USA. "Wir stehen vor einer neuen imperialistischen Offensive, einer kontinentalen Offensive in der Karibik, in Bolivien und in Venezuela."

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