Bossi nach Stinkefinger-Skandal angezeigt

Skandal in Padua

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Bossi nach Stinkefinger-Skandal angezeigt

Italiens Reformenminister Umberto Bossi ist ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, nachdem er am Sonntag in Padua die Nationalhymne und den Staat geschmäht und den Stinkefinger gezeigt hat. Ein Gemeinderatsmitglied der norditalienischen Stadt Mantua, Luigino Guizzardi, zeigte Bossi wegen Verunglimpfung der italienischen Nation an. "Bossi ist ein Minister der italienischen Republik, seit Verhalten ist inakzeptabel und eine Beleidigung für alle Italiener", sagte Guizzardi.

Fahne als Toilettenpapier
Bossi, Chef der zweitstärksten italienischen Regierungspartei, war bereits 2001 zu 16 Monaten Haft wegen Verunglimpfung der italienischen Fahne verurteilt worden. Bei einer Wahlrede in der lombardischen Stadt Como hatte Bossi seine Anhänger aufgefordert, die grün-weiß-rote Fahne, die vor einer Schule hing, als "Toilettenpapier" zu verwenden. Bossis Worte hatten bei politischen Gegnern Empörung ausgelöst, er wurde angezeigt. Wegen seiner parlamentarischen Immunität hatte Bossi die Haftstrafe jedoch nicht abbüßen müssen.

Seit Jahren setzt sich der 66-jährige Bossi für eine Abschaffung des Straftatbestands der Verunglimpfung der nationalen Fahne und der Hymne aus dem italienischen Strafgesetzbuch ein. Der betreffende Artikel 292 sei ein Anachronismus aus der Zeit des Faschismus, der mit den Normen von Freiheit und Demokratie unvereinbar sei, meinte Bossi.

Die Attacken Bossis gegen die italienische Fahne haben ihm bereits öfters Schwierigkeiten beschert. Im Jahr 1997 hatte er in Venedig eine Frau, die als Bekenntnis zur Einheit Italiens die grün-weiß-rote Trikolore aus dem Fenster gehängt hatte, mit rüden Worten aufgefordert, den "Fetzen" schleunigst einzuziehen und "für ihr stilles Örtchen" zu verwenden. Die betreffende Dame, Lucia Massarotto, ist seither als "Signora Tricolore" zu einer lokalen Berühmtheit geworden.

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