Italien genehmigt Abtreibungspille

Grünes Licht

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Italien genehmigt Abtreibungspille

Trotz des heftigen Widerstands der katholischen Kirche hat die italienische Arzneimittelbehörde AIFA endgültig Grünes Licht für die Zulassung der Abtreibungspille RU 486 gegeben. Der Aufsichtsrat der AIFA genehmigte die Veröffentlichung per Amtsblatt, mit dem die auch unter dem Namen Mifegyne vertriebene Abtreibungspille nach zweijährigen Beratungen in Italien zugelassen wird.

"Keine Gesundheitsrisiken"
"Wir haben festgestellt, dass es vom pharmakologischen sowie vom wissenschaftlichen Standpunkt aus keine Risiken für die Gesundheit bestehen", sagte der Direktor der Behörde, Guido Rasi. Er bestritt Vorwürfe, denen zufolge einige Frauen nach der Einnahme der RU 486 gestorben seien. "Diese Todesfälle hängen damit zusammen, dass die Pille nicht korrekt verwendet wurde oder dass bei der Frau gravierende Pathologien wie Krebs aufgetreten waren", so Rasi. Die RU 486 bietet Frauen beim Schwangerschaftsabbruch eine Alternative zum chirurgischen Eingriff.

Nur im Krankenhaus
Der Fraktionschef der Mitte-Rechts-Partei "Volk der Freiheit" (PDL), Maurizio Gasparri, versicherte, dass eine Untersuchung des Senats über die Abtreibungspille noch im Gange sei. Er betonte, dass in Italien die RU 486 nur im Krankenhaus eingenommen werden dürfe. Darauf werde man streng achten. "In Italien werden wir niemals Abtreibungen zu Hause erlauben. Wer die Pille außerhalb eines Krankenhauses verteilt, wird sofort angezeigt. Wir wollen unbedingt einen Missbrauch bei der Verabreichung der RU 486 verhindern", meinte Gasparri.

Die Kirche lehnt die Abtreibungspille mit Verweis auf das Recht auf Leben vom Moment der Empfängnis an ab. RU 486 sei "kein Medikament, sondern ein tödliches Gift", erklärte Bischof Elio Sgreccia, der ehemalige Präsident der Akademie für das Leben im Vatikan.

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