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Russland testet stärkste nichtnukleare Bombe

Kein Wettrüsten

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Russland testet stärkste nichtnukleare Bombe

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben die stärkste nichtnukleare Bombe der Welt erfolgreich getestet. Das Staatsfernsehen berichtete am Dienstag, die Sprengkraft der Vakuumbombe sei vier Mal so groß wie die der stärksten US-Bombe und auch vergleichbar mit der einer Atombombe, wie der Vize-Stabschef der russischen Streitkräfte, Alexander Rukschin dem russischen Fernsehsender ORT sagte. "Das Verteidigungsministerium unterstreicht, dass dieser militärische Eingriff gegen keinen einzigen internationalen Vertrag verstößt. Russland tritt damit kein neues Wettrüsten los", berichtete der Sender.

Vergleichbar mit Atomwaffe
"Die Tests haben gezeigt, dass die neue Waffe in ihrer Effizienz und Leistung mit einer Atomwaffe vergleichbar ist", sagte Rukschin dem Sender Kanal Eins. Allerdings bestehe im Gegensatz dazu nicht die Gefahr, dass die Umwelt verstrahlt werde. Der Fernsehsender berichtete, die Bombe mit dem Spitznamen "Vater aller Bomben" enthalte rund sieben Tonnen Sprengstoff, die amerikanische "Mutter aller Bomben", die MOAB (Massive Ordnance Air Blast), dagegen acht Tonnen. Trotzdem sei die russische Waffe schlagkräftiger, weil ein neuer Sprengstoff eingesetzt werde, der mit Hilfe von Nanotechnologie entwickelt worden sei.

Zerstörung durch Ultraschall-Druckwelle und Hitze
Das russische Fernsehen zeigte Bilder von dem Test, auf denen die Bombe ein viergeschossiges Gebäude in Schutt verwandelt. Auf den Bildern ist zu sehen, wie ein Kampfflugzeug des Typs Tupolev TU-160 die Bombe über einem Versuchsgelände abwirft. Nach einer großen Explosion folgten Aufnahmen von zerstörten Gebäuden und verbrannter Erde. Dem Bericht zufolge wird die größte Zerstörung durch eine Ultraschall-Druckwelle und unglaubliche Hitze verursacht. Bei der Explosion entsteht ein Vakuum. "Alles was lebt, verdunstet einfach", hieß es.

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Die Bombe garantiere die nationale Sicherheit und zur gleichen Zeit die Möglichkeit, den internationalen Terrorismus "in jeder Situation und Region" zu bekämpfen, erklärte Rukschin. In der Fernsehsendung hieß es, die Bombe zähle zu den "konventionellen" Waffen und Russland trete damit kein neues Wettrüsten los. Vakuum-Bomben wurden erstmals im Vietnam-Krieg zum Abholzen von Wäldern eingesetzt.

Russland fühlt sich durch US-Raketenpläne bedroht
Russland fühlt sich von den US-Plänen für ein Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien in seiner eigenen Sicherheit bedroht. "Diese Strategie wird zwangsläufig zu einem Wettrüsten führen", hatte der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin unlängst im österreichischen Alpbach erklärt. Die USA bezeichnen den Raketenschild als Notwendigkeit zum Schutz gegen Gefahren aus Staaten wie dem Iran und Nordkorea. Moskau hofft in dem Streit nach eigenen Angaben auf einen Kompromiss mit den USA.

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