Zehntausende nehmen Abschied von Kennedy

Amerikaner trauern

© Reuters

Zehntausende nehmen Abschied von Kennedy

Amerika nimmt Abschied von einer Legende: In den USA haben die Trauerfeierlichkeiten für den am Dienstag gestorbenen US-Senator Edward Kennedy begonnen. Der Sarg wurde am Donnerstag (Ortszeit) in der John-F.-Kennedy-Präsidentenbibliothek in Boston im Bundesstaat Massachusetts aufgebahrt.

"Als hätte man Familienangehörigen verloren"
Zehntausende Menschen säumten die Straßen entlang der Strecke, die der Konvoi mit dem Leichnam vom Familiensitz der Kennedys in Hyannis Port nach Boston nahm. Die "New York Times" zitierte eine der Zuschauerin, eine 44-jährige Sozialarbeiterin, mit den Worten: "Es ist so, als hätte man einen Familienangehörigen verloren." Der Senator, der den Bundesstaat Massachusetts 47 Jahre in Washington vertreten hatte, war am Dienstagabend mit 77 Jahren an einem Hirntumor gestorben.

Bürger warteten bis zu 3 Stunden
Am Nachmittag begannen Bürger, an dem mit einer US-Flagge geschmückten Sarg vorbeizuziehen und Kennedy die letzte Ehre zu erweisen. Zeitweise mussten die Menschen über drei Stunden warten, um einen Blick auf den Sarg werfen zu können, berichtete die "New York Times".

Bereits am Freitagabend (1900 Uhr - Samstag 0100 MESZ) ist laut US-Medien eine Trauerfeier im engen Kreis geplant. Dabei soll der Senator und frühere republikanische Präsidentschaftsbewerber John McCain sprechen. Präsident Barack Obama wird bei den Trauerfeierlichkeiten am Samstag in Boston reden. Der Gottesdienst findet den Angaben zufolge in der Basilika "Our Lady of Perpetual Help" statt. Erwartet werden dazu auch die Ex-Präsidenten Jimmy Carter (1977-1981), Bill Clinton (1993-2001), George Bush (1989-1993) und sein Sohn George W. Bush (2001-2009).

Beisetzung in Arlington
Am Samstagnachmittag (Ortszeit) soll Edward Kennedy auf dem Nationalfriedhof Arlington (US-Bundesstaat Virginia) unmittelbar an der Stadtgrenze von Washington beigesetzt werden. Hier befinden sich auch die Gräber seiner ermordeten Brüder John F. Kennedy und Robert Kennedy.

Der Tod des Senators hatte weltweit Trauer und Bestürzung ausgelöst. Angehörige und Weggefährten, aber auch politische Gegner zollten "Ted" Kennedy Anerkennung für sein Engagement und für seine Lebensleistung. "Ein wichtiges Kapitel unserer Geschichte ist nun beendet", betonte Obama, für den Kennedy im Senat ein bedeutender Mentor war. "Unser Land hat einen großen Mann verloren, der den Stab von seinen gefallenen Brüdern übernahm und der größte Senator der Vereinigten Staaten in unserer Zeit wurde."

Kennedys Tod hat auch politische Auswirkungen. Obamas Bestreben, im Senat eine Mehrheit für seine Gesundheitsreform zu finden, ist nun noch mehr gefährdet. Ohne Kennedy fehlt den Demokraten rein rechnerisch die 60-köpfige Mehrheit, die nötig ist, eine Abstimmung über die Reformgesetze zu erzwingen.

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